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Sunday, January 21, 2018
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Wirtschafts- und Sozialpolitik im Frühparlamentarismus
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Wirtschafts- und Sozialpolitik im Frühparlamentarismus

Volkswirtschaftliche Debatten in der deutschen Nationalversammlung von 1848/49

22 pages · 3.87 EUR
(October 2005)

 
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Aus der Einleitung des Beitrags:

Die Nationalversammlung von 1848/49 hat sich im kollektiven Gedächtnis der Deutschen als der große, aber gescheiterte Versuch eingeprägt, gleichzeitig „Einheit“ und „Freiheit“ zu erreichen. Dabei wird meist übersehen, dass in der „Paulskirche“, in der dieses erste gesamtdeutsche Parlament tagte, neben diesen zentralen nationalstaatlichen und verfassungspolitischen Fragen auch wirtschafts- und sozialpolitische Themen debattiert wurden. Eigentlich sollte das nicht verwundern, wenn man die Anlässe und Ursprünge der revolutionären Erhebungen vom Frühjahr 1848 in Betracht zieht, die zur deutschen Nationalversammlung führten: Dazu gehörten nicht nur das Vorbild der Französischen Revolution im Vormonat, sondern auch die Hungersnöte im vorangegangenen Winter, durch welche die wachsende Massenverelendung von sozialen Unterschichten, der Pauperismus, im Gefolge der Agrar- und Gewerbereformen auf die Spitze getrieben wurde. Aber auch die Unzufriedenheit des Bürgertums über die nicht nur politische, sondern trotz aller Zollreformen andauernde wirtschaftliche Zersplitterung Deutschlands trug zum revolutionären Potential bei, das sich schließlich im März 1848 entlud.

Alle diese sozialen und wirtschaftlichen Missstände werden in den einschlägigen Veröffentlichungen zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Deutschlands für die Jahrzehnte des Vormärzes und die Zeit nach 1850 behandelt, doch die anderthalb Jahre 1848/49 fallen überwiegend aus diesen Darstellungen heraus. Auf der anderen Seite werden die wirtschafts- und sozialpolitischen Debatten der deutschen Nationalversammlung in den jüngeren Darstellungen zum Ablauf und Ergebnis der Beratungen in der Paulskirche fast völlig vernachlässigt. Beim Blick auf die deutsche Revolution von 1848/49 und noch genauer auf die durch sie veranlasste deutsche Nationalversammlung, spielt die Verfassungspolitik die dominierende Rolle. Da diese historisch scheiterte wurden auch die anderen Politikfelder in diese negative Gesamtbeurteilung miteinbezogen, wenn nicht gänzlich ignoriert.

In diesem Beitrag soll nicht nur auf die wirtschafts- und sozialpolitischen Debatten in der Paulskirche hingewiesen werden, sondern auch ein Blick auf jene Persönlichkeiten der Wirtschaft geworfen werden, die in der Nationalversammlung saßen. Eines kann man bereits vorwegnehmen: Volkswirtschaftlicher Sachverstand in Parlamenten, wie ihn Uwe Jens über lange Jahre im Deutschen Bundestag repräsentiert hat, ist nicht erst ein Phänomen des 20. Jahrhunderts.


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the author
Prof. Dr. Wilhelm Bleek

Professor für Politikwissenschaft, Fakultät für Sozialwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum.

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