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Monday, November 20, 2017
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Zu wenig Kapitalismus?

332 pages ·  29.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-837-4 (May 2011 )

 
 

Erschrocken über die Krise der Finanzmärkte, stellen sich allenthalben Fragen zur Leistungsfähigkeit des Kapitalismus. Neben der gewöhnlichen Katastrophenrhetorik zeigt sich, dass der Kapitalismus ein vitales Experiment ist, das immer wieder neue Lösungen wie auch Irritationen erzeugt. Oft urteilen wir nicht Komplexitätsgerecht, oft auch nur mit unzureichendem theoretischem Blick. Das vorliegende Buch widmet sich spezifischen Themen: Komplexität und Regulation / Vertrauen / Spekulation / Wissensgesellschaft / Netzwerkökonomie / Erlösung / Investition und Kapital.

In drei Beiträgen wird verschiedenen Dimensionen des Finanzrausches nachgegangen (Komplexität, Banken, Spekulation), das Verhältnis Kapitalismus/Wissensgesellschaft reformuliert, der Netzwerkkapitalismus untersucht, wie auch der Kapitalismus als Religion, um mit der Frage abzuschließen: wem dienen Unternehmen (eine Neujustierung des Shareholder / Stakeholder-Themas).



  • B.P. Priddat
    Kann Komplexität reguliert werden? Kapitalismus im Finanzrausch I
  • B.P. Priddat
    Kann man Banken vertrauen? Moral als Problem. Kapitalismus im Finanzrausch II
  • A. Weyland
    Ist Spekulation destruktiv? Versuch zur Semantik der modernen Finanzspekulation. Kapitalismus im Finanzrausch III
  • M. Reuter
    Wissensgesellschaft oder doch nicht? Die Abklärung einer vielleicht neuen Dimension des Kapitalismus
  • A. Kabalak / B.P. Priddat
    Märkte als Beziehungen - Netzwerkkapitalismus?
  • H.-G. Beyer
    Wem dienen Unternehmen? Moderne Investitionstheorie - eine Ausweitung des Kapitalbegriffs
  • B.P. Priddat
    Kapitalismus als intelligente Transformation

  • PW Portal veröffentlicht am 08.09.2011 ()

    Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise hat den Glauben an ein unversiegbares Wirtschaftswachstum nachhaltig erschüttert. Die sozioökonomischen Folgen der Krise haben dafür gesorgt, dass allenthalben Forderungen nach neuen Regulierungsinstitutionen zu vernehmen sind. Sogar innerhalb der Volkswirtschaft, die vor wenigen Jahren noch mit einer Stimme zu sprechen schien, ist man sich uneins, welcher Weg der richtige ist, um die Krise zu dämpfen und das unverzichtbare Systemvertrauen wiederherzustellen. Selbst über alternative Wirtschaftsordnungen wird hier und da wieder laut nachgedacht. Letzteren erteilen die Autoren des Sammelbandes eine strikte Absage. Sie sind der Ansicht, dass die "Änderung des Kapitalismus kapitalistisch geschehen wird" und geschehen sollte; statt "unterkomplexer" (332) "Alternativen zum Kapitalismus" fordern sie seine Entfaltung, die von einer "intelligenten Transformation" (8) begleitet werden müsse. Die einzelnen Kapitel sind u. a. dem Verhältnis von Kapitalismus und Wissensgesellschaft, dem Netzwerkkapitalismus und der Frage der gesellschaftlichen Aufgabe von Unternehmen gewidmet. Die Autoren unterstreichen jeweils das dynamische Potenzial sowie die Innovations- und Anpassungsfähigkeit des Kapitalismus, warnen aber auch vor den Risiken der Finanzspekulation. Den Band beschließt eine bemerkenswerte Utopie Priddats, die in weiten Teilen an Anthony Giddens Projekt des ?Dritten Weges? erinnert: Sogenannte "Komplexitätsagenten" (332) sollen die intelligente Renovierung des Kapitalismus überwachen und gegebenenfalls steuernd eingreifen. Hinter dem Schleier dieses vermeintlich intelligenten Risikomanagements entfaltet sich jedoch ein als alternativlos deklariertes postdemokratisches Szenario. Im Zuge der Transformation des Kapitalismus, so Priddat, müsse auch die "Demokratie als dominante Form der Politik neu überdacht werden: um die Nachhaltigkeit, die die Systemprojekte fordern, zu gewährleisten, [sollten] wir Formen längerfristiger und strategiefähiger Politik suchen" (331).


    the author
    Prof. Dr. Birger Priddat
    Birger Priddat Lehrstuhl für Politische Ökonomie, Universität Witten-Herdecke. [more titles]
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