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Monday, November 20, 2017
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Zur Pluralität der volkswirtschaftlichen Lehre in Deutschland

Eine empirische Untersuchung des Lehrangebotes in den Grundlagenfächern und der Einstellung der Lehrenden

322 pages ·  12.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1250-6 (November 2016 )

 
 
Diese Studie verbindet konzeptionelle Überlegungen und empirische Methoden, um über den Pluralismus in der Volkswirtschaftslehre in Deutschland Auskunft zu geben. Ausgehend von einer Verständigung über die Eigentümlichkeiten dieser selbstreferenziellen "Normalwissenschaft" und der Organisationsmerkmale der Post-Bologna-Universität werden zum einen die Ergebnisse einer Befragung der Lehrenden an den 54 volks- und wirtschaftswissenschaftlichen universitären Fakultäten präsentiert. Zudem wird eine Analyse der in den Grundlagenveranstaltungen Einführung in die VWL, Mikro- und Makroökonomik behandelten Lehrinhalte unter Verwendung der Modulbeschreibungen und der verfügbaren Lehrmaterialien vorgenommen. Insgesamt erbringen diese Untersuchungen den Befund, dass die bundesdeutsche Volkswirtschaftslehre einerseits durch eine unhinterfragte Engführung bzw. Standardisierung geprägt ist und andererseits eine durch institutionelle Hemmnisse gedämpfte sowie stark von der Einstellung der Lehrenden determinierte Bereitschaft existiert, diese Engführung in der Lehre zu überwinden.
Fachbuchjournal, Juni 2017, S. 9-10 ()

"Resümierend halten die Autoren fest, dass es die behauptete thematische, konzeptionelle und methodische Engführung der heutigen volkswirtschaftlichen Ausbildung gibt. Dazu beigetragen haben nach ihrer Ansicht enge Curricula, der von der Bologna-Reform ausgelöste Zeit- und Konformitätsdruck, sowie die Dominanz von Forschungs- gegenüber Lehrinteressen. Das mag so sein. Aber ist es nicht auch denkbar, dass bestimmte konkurrierende Konzepte und Methoden und Interdisziplinaritäten im Laufe der Zeit an Bedeutung verloren haben und deshalb zu Recht heute als Sidestream-Phänomene ein Schattendasein fristen? Statt einer allgemeinen Revitalisierung des Sidestreams das Wort zu reden, sollte man eher genau hinsehen, was da im Einzelnen zur Revitalisierung angeboten und - umgekehrt - zur Streichung empfohlen wird. Alles in allem haben die Autoren einen sehr informativen und höchst nützlichen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Lehre in Deutschland vorgelegt."

Handelsblatt, 14.11.2016, S. 15 ()

"Zwar stellt das Forscherteam [Beckenbach et al.] eine recht große Offenheit der Lehrenden für Veränderungen fest. Etwa die Hälfte hält die Forderungen der kritischen Studenten nach mehr Vielfalt und Realitätsnähe für mindestens teilweise berechtigt. Ähnlich viele würden Erkenntnisse anderer Disziplinen und andere ökonomische Sichtweisen einfließen lassen. Allerdings seien die Lehrpläne schon mit Pflichtelementen aus der Neoklassik und der Mathematik so voll, dass kaum Zeit für anderes bleibe. Außerdem fehle Personal, um ausgetretene Pfade verlassen zu können. Die starke Konzentration der Gelehrten auf den neoklassischen Mainstream stellen Beckenbach, Maria Daskalakis und David Hoffman auch in den Lehrmaterialien, den Lehrbüchern und den Modulbeschreibungen der Unis fest. Dort werde Ökonomik oft sogar weitgehend mit dem neoklassischen Ansatz gleichgesetzt.

Die Orientierung der Lehre an der Forschung und die damit zusammenhängende starke Mathematisierung führen für Beckenbach "zu einer Ablösung von den Ausbildungsinteressen der Studierenden, die nicht an der Universität verbleiben wollen". Er spricht von einem Ausbildungsversagen und Verschwendung von Ressourcen. Die Manchester-Gruppe [Andrew Haldane] drückt das aus Studentenerfahrung so aus: "Wir klammerten uns an den Glauben, dass wir ein Rahmenwerk lernten, das wir vielleicht im nächsten Kurs oder im nächsten Jahr auf die wirkliche Welt würden anwenden können. Erst als wir das halbe Studium hinter uns hatten, merkten wir, dass wir umsonst warteten."



Böckler Impuls, 17.11.2016 ()

"Angesichts der Befunde sei es "nicht überraschend, dass sich die neoklassischen Idealvorstellungen zur Funktionsweise von Märkten und die Überzeugung, die Korrektur von Marktergebnissen sei überflüssig, auch in der öffentlichen Debatte wiederfinden", so die Autoren der Studie Frank Beckenbach, Maria Daskalakis und David Hoffmann. ... So fanden die Kasseler Forscher in 54 untersuchten Studiengängen nur sechs Modulhandbücher zur Mikroökonomik, in denen "heterodoxe" Ansätze vorkamen. Von den Vorgaben abzuweichen, sei für Dozenten aber riskant. Im Extremfall drohten Klagen von Studierenden, die darauf bestehen könnten, im vorgeschriebenen Stoff geprüft zu werden. Ein anderes Problem: Artikel, die auf alternative Ökonomie bauen, sind schwer in Fachzeitschriften unterzubringen. Beckenbach, Daskalakis und Hoffmann sehen vor allem die Unis in der Pflicht, in den Lehrplänen Freiräume für Pluralismus zu schaffen. Wie nötig die Ökonomie mehr Beschäftigung mit abweichenden Ansätzen hat, war nach Ansicht kritischer Wissenschaftler gerade erst wieder zu beobachten - als der Sachverständigenrat allen Fakten zum Trotz seine Kritik am Mindestlohn erneuerte."

Süddeutsche Zeitung, 10.11.2016 ()

"Die Wissenschaftler wären zwar eigentlich bereit, ihre Lehre vielfältiger zu gestalten, sagen sie selbst. Doch sie geben auch zu, dass sich bisher nicht viel getan hat. Obwohl Studenten mehr Ideengeschichte fordern oder mehr Umweltökonomik, wiederholen die meisten in den Grundlagenfächern das gewohnte Programm. Sie müssen den vorgegebenen Stoff nun einmal in einem Semester durchkriegen, argumentieren Dozenten der Umfrage zufolge. Ohnehin fehle Personal. Zudem trauten sich manche wohl nicht, von den Modulhandbücher abzuweichen."


the authors
Prof. Dr. Frank Beckenbach
Frank Beckenbach leitet das Fachgebiet Umwelt- und Verhaltensökonomik am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel. Seine Forschungsinteressen gelten verhaltenswissenschaftliche Konzepten in der Ökonomik und ihrer Umsetzung in agentenbasierten Modellierung unter besonderer Berücksichtigung der darin eingeschlossenen Umweltwirkungen. [more titles]
Dr. Maria Daskalakis
Maria Daskalakis Wirtschaftswissenschaftlerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Umwelt- und Verhaltensökonomik an der Universität Kassel. Forschungsinteressen: verhaltenswissenschaftliche Fundierung der Ökonomik in den Anwendungsgebieten Innovations- Regional- und Umweltökonomik. [more titles]
Dr. David Hofmann
David Hofmann studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel und ist als Mitarbeiter am Fachgebiet Umwelt- und Verhaltensökonomik der Universität Kassel tätig. [more titles]
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