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Sonntag, 16. Dezember 2018
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(Ir)rationale Politik?

Grundzüge und politische Anwendungen der "Ökonomischen Theorie der Politik"

"Grundlagen der Wirtschaftswissenschaft"  · Band 8

2., völlig überarb. u. erweiterte Auflage November 2000 · 267 Seiten ·  19,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 3-89518-260-5 (Dezember 1995 )

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Die »Ökonomische Theorie der Politik« benutzt das Eigennutzaxiom zur Erklärung nichtmarktwirtschaftlicher Entscheidungsprozesse. Damit knüpft sie an die Klassiker der Volkswirtschaftslehre an, die Politik und Wirtschaft als gemeinsames Untersuchungsobjekt von Politik und Ökonomie begriffen. Inzwischen hat der Ansatz des methodologischen Individualismus - unabhängig von der Staats- und Regierungsform - zu fruchtbaren Analysen politischer und administrativer Prozesse geführt. Die Literatur ist mittlerweile unübersehbar und teilweise von hohem mathematischem Niveau.

In verständlicher Weise erläutert das Buch die Grundzüge, Weiterentwicklungen und interdisziplinären Bezüge der »Ökonomischen Theorie der Politik«, um dem interessierten Leser wirtschaftswissenschaftlicher, politikwissenschaftlicher und juristischer Studienrichtungen den Zugang zu diesem Gebiet zu erleichtern. Es liefert einen Einblick in den politischen Willens- und Entscheidungsbildungsprozeß in der parlamentarisch-repräsentativen Demokratie bei verbandsgeprägter Interessenvielfalt.

Die »Ökonomische Theorie der Politik« erlaubt die Ableitung von Hypothesen, die sich auf die Handlungs- und Gestaltungsmuster der Politik richten. Dies wird am Beispiel der Arbeitsmarktpolitik, der Bildungspolitik, der Drogenpolitik, der Steuerpolitik und der Umweltpolitik belegt. Darüber hinaus erstreckt sich der Anwendungsteil auf die Funktionsweise des durch die beiden großen Volksparteien, SPD und CDU/CSU, dominierten Mehrparteiensystem in der Bundesrepublik Deutschland. Dieser Teil erfaßt die Anfänge des Parteiensystems nach 1949 und umgreift die aktuellen Wahlergebnisse der letzten Zeit, um daraus Schlüsse für die Zukunftsaussichten der beiden Volksparteien und die Existenzbedingungen der kleineren Parteien (FDP, Bündnis 90/Die Grünen, Republikaner, PDS) zu ziehen.

Die »Ökonomische Theorie der Politik« deckt Funktionsschwächen der parlamentarisch-repräsentativen Demokratie auf. Deshalb werden im Ausblick sowohl konstitutionell als auch pragmatisch orientierte Reformen zu Überwindung dieser Schwächen empfohlen.

Zum Autor: Siegfried F. Franke ist Professor für Wirtschaftspolitik und Öffentliches Recht an der Universität Stuttgart

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.1996 ()

"Wer wissen möchte, warum Bundestagswahlen in der Regel in der politischen Mitte und nicht an den Rändern gewonnen werden, warum ein Mehr an direkter Demokratie nicht notwendigerweise zu rationaleren Entscheidungen führt, warum das Steuerrecht undurchschaubar geworden ist und warum es durchaus in der Logik der Mächtigen liegt, politische Maßnahmen in Kaffeekränzchen, Kanzlerrunden und ähnlichen Veranstaltungen vorzubereiten, erhält durch das Buch des Stuttgarter Ökonomen und Politologen Siegfried F. Franke einen brauchbaren Überblick. ... Vereinfacht ausgedrückt, wendet diese seit rund zwanzig Jahren populäre und fruchtbare Theorie den aus der Ökonomie bekannten Rationalitäts- und Maximierungsansatz auf die Politik an. ... Der Autor sucht sich aus dem weiten Feld der Theorie holzschnittartig einige besonders prägende Elemente heraus - zum Beispiel die Theorie öffentlicher Güter, das Arrow Paradoxon bei Abstimmungen sowie Olsons Dilemma der begrenzten Rationalität kollektiven Handelns. Mit ihrer Hilfe erläutert er den auf den ersten Blick paradoxen Befund, warum die Politik im Versuch, den Wünschen gut organisierter Interessengruppen und meist kurzfristig denkender Wähler zu entsprechen, genau jene gelegentlich frustrierenden Ergebnisse produziert, über die sich viele Wähler im nachhinein zu ärgern pflegen. Frankes Buch eignet sich als Einstieg in ein spannendes und zeitgemäßes Thema." ...

Utopie kreativ Nov./Dez. 1996, S. 190-191 ()

"Der Begriff 'ökonomische Theorie der Politik' basiert auf der Vorstellung, daß sich das Kalkül des individuellen Eigennutzens, das der klassischen Theorie der Ökonomie zugrunde liegt, auch auf die Erklärung politischer Entscheidungsprozesse in demokratischen Staaten übertragen läßt, also auch eine Hilfe bieten kann, um die Bedingungen und Abläufe politischer Prozesse darzustellen und zu erklären.

Die 'ökonomische Theorie der Politik', die nicht zuletzt unter dem angelsächsischen Begriff der 'public choice' seit geraumer Zeit eine gewisse Popularität erlebt, könnte sich daher auch dazu eignen, den sonst ziemlich undurchsichtigen, schwer verstehbaren politischen Gesamtzusammenhang transparenter, vielleicht sogar publikumswirksamer werden zu lassen und dadurch einen Beitrag zum Abbau der so häufig zitierten Politikverdrossenheit leisten. Die Schrift wendet sich daher vor allem an die Studierenden der Politik, Ökonomie und Jurisprudenz, grundsätzlicher aber an alle politisch Interessierten. Doch bereits hier ist auf den von Franke absichtsvoll und zu Recht gewählten doppelsinnigen Titel zu verweisen: Am Ende könnte dieser Ansatz nämlich in Frustration oder gar Rückzug umschlagen, wenn der Wähler Klarheit erlangt, wie es um sein Votum im Kalkül der Parteien bestellt ist.

Seiner propädeutischen Absicht folgend, hat Franke eine Schrift vorgelegt, die klar gegliedert, ganz überwiegend einfach und verständlich abgefaßt, zunächst in die Grundannahmen der Fragestellung einführt, um dann die Relevanz öffentlicher im Verhältnis zu privaten Gütern zu erörtern. Im kurzen dritten Teil stellt er dar, wie und unter welchen Einflüssen erst die Grob-, dann die Feinsteuerung der Politik verläuft, um abschließend an fünf Beispielen zu demonstrieren, wie (ir)rational die theoretisch so locker formulierten Annahmen in der politischen Praxis ausfallen.

Am Ende steht dann noch eine knappe Kritik, die mit nicht minder knappen Vorschlägen zur Überwindung der offenbaren Schwächen der parlamentarischen Demokratie, nicht aber zur Überwindung der ihr zugrunde gelegten ökonomischen Theorie abgeschlossen wird. ..."


Der Autor
Prof. Dr. Siegfried F. Franke
Siegfried F. Franke

leitet seit 1991 die interdisziplinär angelegte Abteilung für Wirtschaftspolitik und Öffentliches Recht, Universität Stuttgart.

[weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft-Bibliographie, 3/2001
  • Annotiierte Bibliographie für die politische Bildung, 1996, R 2194
  • Annotierte Bibliographie für die politische Bildung 1996, R 5640
  • "Frankes Buch eignet sich als Einstieg in ein spannendes und zeitgemäßes Thema." ...
    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.1996 mehr...
  • Lutherische Monatshefte 1=1996
  • "Seiner propädeutischen Absicht folgend, hat Franke eine Schrift vorgelegt, die klar gegliedert, ganz überwiegend einfach und verständlich abgefaßt," ...
    Utopie kreativ Nov./Dez. 1996, S. 190-191 mehr...
  • Das Parlament, 30.08.1996
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft 2/96, S. 569
  • PVS-Literatur
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