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Friday, September 20, 2019
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Arbeit für Alle – Vision oder Illusion?

Zu den Bestimmungsgründen der Beschäftigungsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland während der letzten beiden Dekaden

Habilitationsschrift

2. Auflage November 1997 · 344 Seiten ·  14,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-070-5 (Dezember 1995 )

 
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Die Entwicklung des Arbeitsmarktes der Bundesrepublik in den letzten Jahrzehnten verlief widersprüchlich. Stellt man auf die Beschäftigenzahlen ab, so kann die Entwicklung als positiv bezeichnet werden. Dagegen stieg die Arbeitslosigkeit treppenförmig an und erreichte Anfang der 90er Jahre Dimensionen, die an Weimarer Zeiten erinnern. Dies hat immerhin eines bewirkt: Die Frage nach der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hat endlich den ihr angemessenen Stellenwert auf der wissenschaftlichen und politischen Agenda erhalten.

Arne Heise unterzieht die vorherrschenden mikro- und makroökonomischen Theorien einem Prognose- und Erklärungstest. Die Gegenüberstellung der üblichen Erklärungsmodelle und der empirischen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland zeigt den geringen Erklärungsgehalt neoklassischer und anderer Theorien auf. Heise entwickelt daher einen alternativen Ansatz, der Arbeitslosigkeit freilich nicht als ein Allokationsproblem überregulierter oder vermachteter Märkte versteht, sondern als Systemmerkmal eines reifen Kapitalismus. Deshalb kann die Wirtschaftspolitik zur Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit auch nicht auf die Entfesselung der Marktkräfte setzen, sondern es bedarf einer Kooperation der sozio-ökonomischen Akteure, wenn Vollbeschäftigung nicht zur Illusion verkommen soll. Heise entwirft damit eine eigene Skizze eines "Bündnisses für Arbeit".

WSI Mitteilungen 9/1996, S. 575 ()

"... Heises monetäre Erklärung der letzten Rezessionen zeigt auch, daß nicht angeblich zu hohe Löhne die Ursache der hohen Arbeitslosigkeit sind, sondern eine sich übermäßig auf die Preisstabilität konzentrierende Bundesbank und ein Zinsmechanismus, der sich anders verhält, als die tradierte Theorie postuliert.

Auf der Grundlage seiner umfangreichen theoretischen, empirischen und historischen Untersuchungen entwickelt Heise eine politische Handlungsanleitung, um ursachenadäquate Therapievorschläge zu unterbreiten. Es geht ihm dabei um die Entwicklung wirtschaftspolitischer Maßnahmen, die an systemischen (ökonomische Basis) und institutionellen (regulativer Überbau) Defekten punktgenau ansetzen (S. 275). Flexibilisierungs- und Deregulierungsstrategien würden dagegen der heutigen Problemlage nicht gerecht; ihre Chancen seien unbestimmt, ihre Risiken dominerten.

Neben einer Arbeitsmarktpolitik schlägt Heise vor allem eine kooperative Beschäftigungspolitik vor, die sowohl den systemischen Defekt einer Realinvestitionsschwäche reifer Marktwirtschaften als auch den institutionellen Defekt mangelnder Abstimmung der wirtschaftspolitischen Akteure aufgreift. Inbesondere durch die Forderung einer langfristig orientierten und deshalb nicht nur konjunkturpolitisch interpretierbaren Investitionsoffensive des Staates wird die standardkeynesianische Nachfragesteuerung überwunden und eine Art keynesianische Angebotspolitik bzw. Strukturkeynesianismus begründet. Damit sind Heises überzeugend und flüssig geschriebene Erörterungen ein wichtiger und hochaktueller Beitrag zur gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Diskussion, die eine breite Leserschaft verdienen.




the author
Prof. Dr. Arne Heise
Arne Heise ist Universitätsprofessor für Finanzwissenschaft und Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. [weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • Annotierte Bibliographie für die politische Bildung, 1996, S. 320
  • "Damit sind Heises überzeugend und flüssig geschriebene Erörterungen ein wichtiger und hochaktueller Beitrag zur gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Diskussion" ...
    WSI Mitteilungen 9/1996, S. 575 mehr...
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft, 3/1996, S. 781
  • Bundesarbeitsblatt, 11/1996
  • Wirtschaft und Gesellschaft, 1/1997, S. 125-130
  • Soziologische Revue, 1/1999, S. 97
  • Utopie kreativ, April 1997, S. 88-89
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