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Montag, 23. Juli 2018
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Arbeit im ökonomischen Denken

Zum Wandel des Arbeitsverständnisses von der Antike bis zur Gegenwart

Habilitationsschrift

528 Seiten ·  32,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 3-89518-245-1 (September 1999 )

32 Sp. Personen- und Sachregister

 
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Bei dem Begriff der Arbeit handelt es sich um eine grundlegende Kategorie des menschlichen Daseins, die in der Gegenwart nahezu ausschließlich in ihrer ökonomischen Dimension, d.h. als Erwerbsarbeit, wahrgenommen wird. Wie es dazu kam, wie sich das Verständnis von Arbeit im Zeitablauf herausgebildet hat, dazu will Hans Frambach mit seiner Schrift einen Beitrag leisten. Verfolgt werden vor allem zwei Ziele: 1. Eine Rekonstruktion des Verständnisses von Arbeit im ökonomischen Denken seit den ersten Schrifttümern bis in die Gegenwart; 2. die Begründung der Herausbildung eines auf die westliche Hemisphäre bezogenen dominanten instrumentell-ökonomischen Arbeitsverständnisses einschließlich dessen sozial- und geisteswissenschaftlicher Standortbestimmung. Berücksichtigt werden somit nicht nur die rein ökonomischen Sachverhalte und Überlegungen in den einzelnen Epochen, sondern auch Elemente des sie beeinflussenden gesellschaftlichen und sozialphilosophischen Umfelds. Vor diesem Hintergrund wird v.a. die Breite und Verschiedenartigkeit der ökonomisch relevanten Aspekte der Kategorie »Arbeit« erkennbar, die ausserhalb der modernen ökonomischen Theorie anzutreffen sind.

Trotz der behandelten großen Zeitspanne liegt der Schwerpunkt der Schrift in der theoriegeschichtlichen Analyse und Einordnung des Arbeitsverständnisses der modernen ökonomischen Theorie, wie es beispielsweise anhand der Entwicklung des von der Neoklassik bis hin zum produktionstheoretisch orientierten Zeitallokationsmodell der Neueren Mikroökonomik zugrunde liegenden mikroökonomischen Arbeitsverständnisses verdeutlicht wird. Hierdurch wird dem Tatbestand Rechnung getragen, dass historischer Wandel auch in der Gegenwart stattfindet, dass der Mensch in seiner Gegenwart in den geschichtlichen Prozess eingebettet ist. Frambachs theoriegeschichtliche Fokussierung gerade moderner Entwicklungen im ökonomischen Denken lässt aber weder die Ausführungen zur »älteren« Geschichte als eine bloße Pflichtübung erscheinen - siehe z.B. seine Akzentuierung bestimmter Nationalökonomen und Entwicklungen im Rahmen der Begründung der Lehre von den Produktionsfaktoren - noch lässt sie Zweifel an der Bedeutung der »historischen Vorläufer« aufkommen.

Darüber hinaus will die Arbeit einen Überblick über die für die Entwicklung des Arbeitsverständnisses relevante Literatur vermitteln und die Bedeutung zum Teil in Vergessenheit geratener Autoren, und zwar weitestgehend anhand ihrer Originalschriften, wieder herausstellen.

Die Drei 6/2010, S. 131-132 ()

"Entstanden ist so ein in historischer und thematischer Bandbreite absolut beeindruckendes Werk, das sich mit einem 45seitigen Literaturverzeichnis sowie äußerst differenzierten Personen- und Sachregistern auch hervorragend als Arbeits- und Nachschlagewerk eignet. Entsprechend dem breiten Themenspekturm werden von den Arbeitsformen im antiken Mythos bis hin zu Ulrich Becks Anmerkungen zur "Risikogesellschaft" tatsächlich alle denkbaren Aspekte des Arbeitsbegriffs beleuchtet.

Zwar entzieht sich der Arbeitsbegriff während Frambachs Untersuchungen konsequent einer stabilen Definition, für den Autor allerdings steht fest: "Wie auch immer sich die Standpunkte im ökonomischen Denken im Verlauf der Geschichte verändert haben, und in welchem Ausmaß das Arbeitsverständnis in einzelnen Epochen auch immer thematisiert wurden, auf den Begriff der Arbeit konnte niemals verzichtet werden, er war immer vorhanden, und immer mündeten wichtige Erklärungszusammenhänge in den Arbeitsbegriff ein." Gelungene Rekonstruktionen dieser Erklärungszusammenhänge liefert diese Schrift."



Handelsblatt 4.12.2000 ()

"Die Geschichte des ökonomischen Arbeitsverständnisses ist ausgesprochen lehrreich und zeigt eine Vielzahl von Varianten des ökonomisch-philosophischen Arbeitsbegriffes auf. Diesem Wandel spürt Hans Frambach nach. Sein Buch spannt einen weiten Bogen. Er beginnt bei der allgemeinen Verachtung der nicht Politik und Philosophie gewidmeten Arbeit aus Sicht des aristokratischen Lebensideals in der griechischen und römischen Antike und er reicht bis hin zur Aufweichung zeitgenössischer Arbeitsvorstellungen unter den Bedingungen einer modernen "Risikogesellschaft".

Sehr kenntnisreich werden das christliche Ideal der Arbeit als Schöpfungsauftrag und damit einhergehend die Kritik des Müßiggangs im Mittelalter beschrieben. Die Reformation macht Arbeit zur Pflichterfüllung, der Calvinismus betrachtet unermüdliche Arbeit als Statussymbol des Auserwähltseins. Hier sieht Frambach die frühen Wurzeln des Kapitalismus. Erst im 17. Jahrhundert allerdings etabliert sich der Faktor Arbeit als ökonomische Kategorie und löst ein funktionales Arbeitsverständnis im aufklärerischen Sinne vorherige moralorientierte Wertungen ab. John Locke ist es, der Arbeit erstmals in bürgerlicher Absicht definiert: 'Wer arbeitet, erhält den Besitz von Leben, Freiheit und Vermögen.' Frambach setzt seinen Parforce Ritt durch die Geschichte des Arbeitsverständnisses mit den Stationen Merkantilismus, Physiokratie, Nationalökonomik, Sozialismus und Neoklassik fort. John Maynard Keynes kommt ebenso ausführlich zu Wort wie die auf ihn zurückgehende Neue Keynesianische Makroökonomik. ... Das gesamte Buch ist durchwirkt von einer Fülle sorgsam ausgewählter Zitate, die einen unmittelbaren Einblick in vergangene und doch zum Teil unverändert aktuelle Gedankenwelten erlauben. Frambachs Bestandsaufnahme ist eine gute Basis für eine umfassende Geschichte der Arbeit, die allerdings weiterhin ein lohnendes Forschungsunternehmen bleibt."

Wirtschaft und Gesellschaft, 4/2000, S. 583-586 ()

"Frambach hat mit dem besprochenen Buch eine ausgezeichnete Arbeit vorgelegt. Er analysiert eine bisher wenig behandelte Frage, wiewohl die Arbeit ja im Zentrum ökonomischer wie überhaupt sozialwissenschaftlicher Überlegungen steht. Er untersucht das Problem umfassen und bettet den Arbeitsbegriff jeweils in eine kompakte Darstellung der relevanten Theorie, so daß er dem Stand der Forschung ein wichtiges Element hinzufügt. ... Das Buch Frambachs ist ein Standardwerk, an dem gerade an der Arbeiterschaft orientierte Sozialwissenschaftler nicht vorbeigehen sollten."


Der Autor
Prof. Dr. Hans Frambach
Hans Frambach

Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Universität Wuppertal.

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dem Verlag bekannte Rezensionen
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  • Der 3. Weg, Oktober 2000
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  • Pro Zukunft, 1/2000
  • Utopie kreativ, 6/2001, S. 570-572
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