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Arbeit und Gesellschaft in Aristoteles-Rezeptionen von Marx und Keynes
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Arbeit und Gesellschaft in Aristoteles-Rezeptionen von Marx und Keynes

39 Seiten · 6,20 EUR
(07. Februar 2019)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Marx und Keynes haben sich beide während und nach der Zeit, in der sie u.a Philosophie studierten, mit den "alten" griechischen Philosophen auseinandergesetzt. Insbesondere hat sie Aristoteles beeindruckt und beeinflusst. Gerhard Michael Ambrosi arbeitet in seinem Beitrag heraus, dass sie diesen laut Marx "größten Denker des Altertums" unterschiedlich rezipiert haben. Beide aber hatten die Vision, dass eines nicht allzu fernen Tages die Menschen ihre (reduzierte) Erwerbsarbeit als Teil einer glücklichen Selbstverwirklichung erleben könnten. Ambrosi diskutiert, wie weit diese Visionen sich auf Aristoteles gestützt haben.

Bei der Rezeption durch Karl Marx ist problematisch, dass er unterstellt, Aristoteles habe vor der Wertanalyse kapituliert, was aber nicht zutrifft, wie Ambrosi in Abschnitt 2.1 darlegt. Im anschließenden Abschnitt 2.2 diskutiert Ambrosi die Unterschiede zwischen der Gesellschaftsutopie, die Aristoteles entwirft, in der die Güterproduktion den Sklaven obliegt, während die freien Bürger sich in Gesellschaft gleich gesinnter Fremder zum Gelage, Würfelspiel und Gymnastik treffen, und dem kommunistischen Ideal von Marx. Dort arbeiten alle Menschen für ihren Lebensunterhalt, indem sie fischen, jagen, Viehzucht treiben, aber in selbstbestimmter, nicht entfremdeter Weise.

Auch die Zukunftsvision, die Keynes in seinem Aufsatz über "Die wirtschaftlichen Möglichkeiten unserer Enkelkinder" entwirft, ist von Aristoteles beeinflusst, den Keynes dort allerdings nicht erwähnt, anders als in seinen frühen Studien über die Geldsysteme im Altertum, die er jedoch nicht veröffentlicht hat. Im Gegensatz zu Marx geht Keynes 1930 davon aus, dass sich in 100 Jahren die Arbeitsproduktivität so sehr erhöht haben werde, dass das ökonomische Versorgungsproblem weitgehend gelöst sein wird und die Menschen sich bei drastisch reduzierter Arbeitszeit dem "guten und tugendhaften Leben" widmen können, statt hinter immer mehr Einkommen und Vermögen her zu jagen. Gemeinsam ist Aristoteles und Keynes die negative Einstellung zum Anhäufen vom Geldvermögen. Aristoteles illustriert sie anhand des Midas-Mythos, Keynes verweist auf Indien, wo das Anhäufen von Gold die produktive Kapitalanlage verhindere. In seiner "General Theory" finden seine Gedanken in der Liquiditätspräferenztheorie ihren Niederschlag.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Arbeit und Beschäftigung – Keynes und Marx
Harald Hagemann, Jürgen Kromphardt, Bedia Sahin (Hg.):
Arbeit und Beschäftigung – Keynes und Marx
the author
Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhard Michael Ambrosi
Gerhard Michael Ambrosi

Professor für Europäische Wirtschaftspolitik an der Universität Trier

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