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Thursday, June 20, 2019
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Arbeitnehmervertretungen im öffentlichen Sektor: Bedeutung und (potenzielle) Effizienzwirkungen
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Arbeitnehmervertretungen im öffentlichen Sektor: Bedeutung und (potenzielle) Effizienzwirkungen

21 Seiten · 5,44 EUR
(Januar 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Mit dem Ausbau des öffentlichen Sektors nahmen im Lauf der Zeit auch die Forderungen nach mehr Effizienz im staatlichen Bereich zu. Kritisch zu hinterfragen ist aus ökonomischer Sicht zum einen die dem politischen Prozess inhärente Tendenz zu einer übermäßigen Ausdehnung der Staatstätigkeit und zum anderen das damit verbundene Problem einer unwirtschaftlichen Leistungserstellung des Staates. Diese können in einer allokativen Ineffizienz und in einer inneren (X-)Ineffizienz der staatlichen Leistungserstellung resultieren. Zwar wurde von Ökonomen früh erkannt, dass beide Aspekte „sowohl durch politische Entscheidungsprozesse als auch durch bürokratische Organisationsstrukturen bedingt sein und somit auf ein Politikversagen oder ein Bürokratieversagen zurückgehen“ können (Folkers 1986, 228). Zudem wurde diese Problematik von verschiedenen (teils neuen) wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Ansätzen aufgegriffen, die von Public Choice bis zum New Public Management reichen. Weitgehend außen vor gelassen wurde und wird bis heute jedoch die wichtige Rolle, die Arbeitnehmervertretungen im öffentlichen Sektor und für dessen effiziente Leistungserstellung spielen (können).

Diese Vernachlässigung ist aus mehreren Gründen erstaunlich und bedauerlich. Erstens sind Gewerkschaften und Personal-/Betriebsräte im öffentlichen Sektor in Deutschland (und nicht nur hier) wesentlich stärker präsent als im privaten Sektor. Zweitens gibt es seit längerem eine immer umfangreichere Literatur, welche die Auswirkungen von Arbeitnehmervertretungen auf die Entlohnung, die Produktivität und andere wirtschaftliche Größen im privaten Sektor theoretisch und empirisch analysiert, aber bis heute kaum eine Anwendung auf den öffentlichen Sektor gefunden hat. Drittens mag die in Deutschland seit den 90er Jahren mehr und mehr in Angriff genommene Modernisierung der öffentlichen Verwaltung durch eine geschickte Einbeziehung der Arbeitnehmer und ihrer Vertretungen bessere Ergebnisse erbringen. Weniger erstaunlich ist dieses Defizit, wenn man weiß, dass die Arbeitsbeziehungen des öffentlichen Dienstes „in der Industrial Relations-Forschung der Bundesrepublik im Gegensatz zu anderen, vor allem den angelsächsischen Ländern … traditionell und chronisch vernachlässigt“ werden (Keller/Schnell 2003, 185). Vor diesem Hintergrund soll im Folgenden zum einen anhand aktueller, zum Teil unveröffentlichter Daten die oft übersehene Bedeutung von Arbeitnehmervertretungen im öffentlichen Sektor herausgearbeitet und dokumentiert werden. Zum anderen sollen ihre (möglichen) Effizienzwirkungen diskutiert und Forschungsdefizite aufgezeigt werden. Kapitel 2 beschäftigt sich mit der gewerkschaftlichen Organisierung und der Tarifbindung im öffentlichen Sektor, während sich Kapitel 3 Personalund Betriebsräten widmet. Einige Schlussfolgerungen und ein kurzer Ausblick in Kapitel 4 runden den Beitrag ab.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Ordnungspolitik für den öffentlichen Sektor
Bernhard Neumärker, Claus Schnabel (Hg.):
Ordnungspolitik für den öffentlichen Sektor
the author
Prof. Dr. Claus Schnabel
Claus Schnabel

Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Schwerpunkt Arbeitsmarkt- und Regionalpolitik

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