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Arbeits- und Wissensteilung als Prozesse gesellschaftlicher Interaktion
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Arbeits- und Wissensteilung als Prozesse gesellschaftlicher Interaktion

19 Seiten · 3,59 EUR
(22. Juli 2006)

 
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Aus der Einleitung:

Der systemische Beitrag der Ökonomik zur Frage der Findung neuen und der Nutzung bekannten Wissens besteht darin herauszuarbeiten, dass die Wissensteilung vergleichbar der Arbeitsteilung als ein gesellschaftlicher Interaktionsprozess zu begreifen ist. In beiden Prozessen kommt es darauf an, in der Gesellschaft ungleich verfügbare individuelle Fähigkeiten zum Vorteil aller zu nutzen. In beiden Fällen handelt es sich um gesellschaftliche Prozesse spontan ablaufender Interaktionen, die geeigneter Institutionen bedürfen. Wenn alles funktionsgerecht zusammenfindet, erweist es sich, dass die Gesellschaft viel mehr zustandebringt, als die Summe der Einzelleistungen der in ihr tätigen Akteure erwarten lässt. Wir stehen also vor der Frage, wie durch eine vorteilhafte Interaktion spontan handelnder Individuen im gesellschaftlich bestimmten institutionellen Rahmen das Bestmögliche für die Gesellschaft zu erreichen ist.

Diese thematische Fokussierung besagt nicht, dass sich Ökonomen nur mit dieser Thematik befasst haben oder befassen sollten. Es gibt neben dem systemischen Zugang weitere interessierende Aspekte der ökonomischen Rolle des Wissens. Man kann, wie in der Neuen Wachstumstheorie, in globaler Betrachtung an die Seite des Sachkapitalbestandes einer Volkswirtschaft den Humankapitalbestand als pauschalen Ausdruck des verfügbaren Bestandes an Wissen stellen und den Einfluss beider Größen auf den gesamtwirtschaftlichen Ausstoß zu beschreiben versuchen. Der vorliegende Band hebt auf weitere Vorgehensweisen ab, wie Wissen zu erlangen und wirtschaftlich zu nutzen ist. Unberührt davon bleibt es richtig, den interaktiven Prozess der Wissensteilung, als eine genuin ökonomische Möglichkeit der analytischen Erfassung der Rolle des Wissens in den Vordergrund zu stellen. Sie bedarf fraglos der Ergänzung durch soziologische, psychologische und auch erkenntnistheoretische Betrachtungen und deren Beachtung im ökonomischen Kontext. Zur Strukturierung: Nach einer einführenden Kurzdarstellung zentraler Begriffe des Beitrags stelle ich die Behandlung der Rolle des Wissens dar, wie sie sich in der Geschichte der Ökonomik findet. Dabei zeigt sich, dass die ökonomische Analyse des Wissens stets im Zusammenhang mit dem Prozess der Arbeitsteilung gesehen worden ist. Diese Tatsache unterstützt das Vorgehen, die Findung und Nutzung von Wissen als einen Prozess gesellschaftlicher Interaktion ähnlich dem der Arbeitsteilung, aber nicht übereinstimmend damit, aufzufassen. Ich betrachte dann diesen Prozess unter dem Aspekt der Neuen Institutionenökonomik. Dabei ist festzustellen, dass deren heutiger Stand dem arbeitsteiligen Interaktionsprozess gerecht zu werden vermag, jedoch nicht dem Interaktionsprozess der Wissensteilung. Hieraus leitet sich die vorwärts weisende Zielsetzung dieses Beitrags ab, die Wissensteilung als einen neuen Zweig der institutionenökonomischen Analyse zu etablieren. Insgesamt geht es um eine Verortung der Wissensaktivitäten im wirtschaftlichen Prozess.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Ökonomik des Wissens
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Ökonomik des Wissens
the author
Prof. Dr. Ernst Helmstädter
Ernst Helmstädter

em. Universitätsprofessor an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Forschungsprofessur am Institut Arbeit und Technik des Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen. Arbeitsschwerpunkte: Wirtschaftstheorie, Empirische Wirtschaftsforschung, Ordnungspolitik, Evolutorische Ökonomik, Ökonomik des Wissens.

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