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Donnerstag, 13. Dezember 2018
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Arbeitskräftebedarf und Fachkräfteengpässe in Europa: Neu erschlossene Datenquellen und empirische Befunde
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Arbeitskräftebedarf und Fachkräfteengpässe in Europa: Neu erschlossene Datenquellen und empirische Befunde

24 Seiten · 4,83 EUR
(November 2013)

 
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Aus der Einleitung des Herausgebers:

Anja Kettner berichtet zum Thema "Arbeitskräftebedarf und Fachkräfteengpässe in Europa" über "Neu erschlossene Datenquellen und empirische Befunde". Ausgangspunkt ist eine Initiative der Europäischen Kommission, mehr Licht in dieses statistisch wenig erfasste Gebiet zu bringen, um auf Forderungen nach aktiven Handeln empirisch fundiert reagieren zu können. Informationslücken bestehen vor allem auf der Seite der Nachfrage, also bei den offenen Stellen. Bekannt ist nur die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Stellen; diese aber umfassen nur einen Teil der Stellen, die die Unternehmer tatsächlich besetzen möchten (Abschnitte 1 und 2). Wie in Abschnitt 3 berichtet, gibt es seit 2010 eine europäische Verordnung, wonach alle Mitgliedsstaaten quartalsweise das gesamte Stellenangebot für 19 Wirtschaftszweige getrennt nach Kleinbetrieben (1-9 Beschäftigte) und Betrieben mit 10 und mehr Beschäftigten melden müssen. Das aber löst das Problem noch nicht, wie man die nicht gemeldeten offenen Stellen erfassen kann. Hier helfen die im Rahmen des "Labour Force Survey" (dem in Deutschland der Mikrozensus entspricht) durch Haushaltsfragen ermittelten Daten zu neu begonnenen Beschäftigungsverhältnissen. In Abschnitt 4 wird der qualitative Aspekt behandelt, ob und wann von Engpässen beim Arbeitsangebot und insbesondere bei den Fachkräften gesprochen werden kann. Dazu behandelt die Autorin kritisch verschiedene Indikatoren, die im "European Vacancy and Recruitment Report 2012" neu erschlossen bzw. neu aufbereitet worden sind. Sie ermöglichen es, die Berufe zu benennen, in denen die Unternehmen am ehesten Schwierigkeiten haben werden, ihren Bedarf an (insbesondere qualifizierten) Arbeitskräften zu decken. Die zwei wichtigsten Indikatoren weisen jedoch erhebliche Unterschiede auf: Bezieht man die neu entstandenen Beschäftigungsverhältnisse auf die Zahl der Arbeitslosen, so liegen Lehr-, Erziehungs- und Pflegeberufe an der Spitze. Erst an 8. Stelle folgen die Computer-Spezialisten. Werden jedoch die Zugänge an gemeldeten offenen Stellen zur Zahl der registrierten Arbeitslosen in Beziehung gesetzt, so nimmt "qualifiziertes Verkaufspersonal" den ersten Platz ein, erst die Plätze 2, 4 und 5 belegen Lehr-, Erziehungs- und Pflegeberufe. Computerspezialisten kommen erst auf Platz 19. Diese Unterschiede beruhen z.T. wohl auch darauf, in welchem Umfang die Arbeitsämter in die Stellenbesetzung mit einbezogen werden. Zu Recht schließt die Autorin mit dem Hinweis, die Arbeit an diesem Themenfeld werde und müsse von der EU-Kommission fortgeführt werden.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die Autorin
Dr. Anja Kettner
Anja Kettner

geb. 1971, arbeitet am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und leitet dort die IAB-Stellenerhebung.