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Monday, August 26, 2019
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Aspekte einer europäischen Wirtschaftsordnung

209 Seiten ·  22,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-584-7 (Dezember 2006 )

 
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Die Euphorie, mit der eine unbefragte Übernahme des US-amerikanischen Gesellschaftsmodells in Europa verwirklicht werden sollte, ist mittlerweile abgeklungen. Die erwartbaren sozialen und ökologischen Folgen einer fast ausschließlich auf Einzelinteressen bezogenen Gesellschaft findet bei der Mehrheit der europäischen Bevölkerung keine Zustimmung. Gleichzeitig wird aber in der europäischen Wirtschaftspolitik ein möglichst weitreichender Gleichlauf mit dem US-amerikanischen Wirtschaftsmodell angestrebt. Aufgrund der zunehmenden Ökonomisierung aller gesellschaftlichen Bereiche steht Europa unverändert im Sog der USA. Beispielsweise werden die Staatsausgaben in Europa vermehrt auf die Wirtschaft ausgerichtet, die Sozialleistungen mit Hilfe einer Aktivierung des Vermögens der privaten Haushalte verlagert, um dadurch die Aktienmärkte zu stärken, die wiederum das europäische Unternehmensmodell in Frage stellen. Was gewöhnlich als aktueller Globalisierungsdruck genannt wird, geht viel weniger von Asien als von den USA aus, deren mittelfristige Wettbewerbsfähigkeit oft überschätzt wird. In diesem Band wird an einigen Beispielen gezeigt, dass Europa zur Bewältigung des globalen Wettbewerbs nicht auf die Übernahme des US-amerikanischen Wirtschaftsmodelles angewiesen ist.

  • Erich Hödl
    Einleitung des Herausgebers
  • Gunther Tichy
    Globalisierung und die Wettbewerbsfähigkeit Europas
  • Ursula Schneider
    Die Rolle des Unternehmertums für ein europäisches Wirtschaftsystem
  • J. Hanns Pichler
    KMU Internationalisierung und Anpassungsstrategien
  • Margit Schratzenstaller
    Unternehmensbesteuerung in der EU zwischen Wettbewerb und Harmonisierung
  • Markus Marterbauer
    Effizienz, Stabilität und Verteilungsgerechtigkeit - fehlende Bausteine der EU-Wirtschaftspolitik
  • Erich Hödl
    Lissabon-Strategie und Europäisches Innovationssystem
  • Wilfried Stadler/Uta Pock
    Tobin Tax light: Chancen und Risiken einer Devisentransaktionsbesteuerung in Europa
  • Heinz Handler
    Kapitalsverkehrskontrollen als Beschäftigungsmotor?
Intervention. Zeitschrift für Ökonomie, 2007, Heft 1, S. 198-200 ()

"Wie der Titel 'Aspekte einer europäischen Wirtschaftsordnung' bereits deutlich macht, strebt der Herausgeber kein systematisches, Europas Wirtschaften in ihrer Gesamtheit erfassendes Werk an. Vielmehr bietet der Band themenbezogene Argumente für den Erhalt und die behutsame Reform eines - wie auch immer genau zu bestimmenden - europäischen anstelle der Übernahme des US-amerikanischen Wirtschaftsmodells. Hieran lässt sich jedoch auch bereits das größte Manko des von Erich Hödl zusammengestellten Sammelbandes ablesen: Er geht kaum auf die historisch gewachsenen, in sozio-kulturellen Institutionen verdichteten Wirtschaftsweisen in den Ländern der Europäischen Union ein, sondern der Band reduziert dies auf ein vorgeblich gemeinsames, auf eine bestimmte Kombination der Wirtschaftspolitik beschränktes Modell des Wirtschaftens. Sicherlich lassen sich Gemeisnamkeiten zwischen den EU-Staaten herausarbeiten, auch von einem einheitlichen Wirtschaftsmodell mag man gut begründet sprechen können. Aber die Konturen eines solchen Modells werden nur en passant behandelt und nicht systematisch entwickelt, was für einen Band mit einführend gehalteten Texten, die vorrangig für Studierende oder Praktiker geeignet sein dürften, zumindest einen Schönheitsfehler darstellt. ...

Vielmehr wird in kompakten, verständlich und plastisch-illustrativ gehalteten Beiträgen die wenngleich nicht neue, aber dennoch plausible These versanschaulicht, dass in Europa zwar manches anders gemacht wird als in den USA, dies aber nicht unbedingt mit schlechteren Resultaten. So zeigt am Beispiel Österreichs Gunther Tichy, dass auch in einer globalisierten Welt Europa im Wettbewerb durchaus eine gute Position hält. Ursula Schneider bricht eine Lanze für kleine und mittlere Unternehmen, die einen koperativen Führungsstil pflegen und in Finanzierung und Markterschließung etwas konservativ erscheinen, dennoch oder gerade deswegen aber Nischen besetzen und innovieren können. Hanns Pichler votiert für eine verstärkte Förderung dieser Unternehmen und kann aufzeigen, wie sie durch Vernetzung auch international erfolgreich auftreten. In ihrem Beitrag zur Unternehmensbesteuerung plädiert Margit Schratzenstaller für eine zweistufige Mindestbesteuerung zur Vermeidung von Steuerdumping, die niedrige Sätze für die Erweiterungsländer der Europäischen Union ermöglicht, um sie in ihrem Aufholprozess zu unterstützen. ...



Ex Libris WS 2006/07, S. 21

Ist das amerikanische Modell ein Vorbild für Europa? Die Beiträge in diesem Tagungsband sind in dieser Hinsicht eher skeptisch. Die aus Österreich stammenden Autoren empfehlen statt dessen, dass Europa sich auf eine eigenständige Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung hin bewegen sollte, die sich am Konzept einer "sozial ökologischen Marktwirtschaft" (W. Stadler) orientieren sollte, das jedoch einer weiteren ethischen Fundierung bedürfe (H. Pichler). Dabei komme der Europäischen Union wegen ihrer wirtschaftlichen Stärke und ihres politischen Organisationsgrades eine besondere Bedeutung zu. Unverzichtbar sei auch ein leistungsfähiger öffentlicher Sektor (E. Nowotny).

Ein Buch, das sicher zu kontroversen Diskussionen herausfordern dürfte.




the editor
Prof. Dr. Dr.h.c. Erich Hödl
Erich Hödl 1974-1977 Professor für Politische Wirtschaftslehre an der Universität Kassel; seit 1977 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Bergischen Universität Wuppertal, 1991-1999 Rektor; 2000-2004 Rektor der Technischen Universität Graz. [weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • Regards sur L'Économie Allemande - Bulletin Économique du CIRAC, No 85/2008
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft 3/2007, S. 1000.1001
  • "Vielmehr wird in kompakten, verständlich und plastisch-illustrativ gehalteten Beiträgen die These versanschaulicht, dass in Europa zwar manches anders gemacht wird als in den USA, dies aber nicht unbedingt mit schlechteren Resultaten." ...
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  • "Ein Buch, das sicher zu kontroversen Diskussionen herausfordern dürfte." ...
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