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Auch die Innovationspolitik braucht Erneuerung
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Auch die Innovationspolitik braucht Erneuerung

31 Seiten · 4,39 EUR
(16. Oktober 2009)

 
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Aus der Einleitung:

Für Gewerkschaften birgt der Spagat zwischen den Anforderungen klassischer Industriearbeit – die zwar schrumpfen aber fortbestehen wird – und den Anforderungen der Wissens- oder Innovationsarbeit besondere Herausforderungen. Wenn neue Arbeitsformen größere Freiheiten gewähren, brauchen nicht wenige Menschen Unterstützung, damit sie ihre Arbeit auch mit ihrem übrigen Leben in Einklang bringen können.

Kopfarbeit ist nun einmal Arbeit ohne räumliche und zeitliche Grenzen, denn das wichtigste Werkzeug ist ständig parat – das Gehirn hat keinen Netzschalter. Um bei wissensintensiven Arbeitsformen eine vernünftige Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu halten, bedarf es größerer Freiheiten zur individuellen Gestaltung verschiedener Lebensphasen sowie eines tariflichen Rahmensystems für neue zeitliche, räumliche und soziale Arrangements von Arbeits-, Lern- und Lebenswelt. Beispielsweise können Sabbaticals, Langzeitkonten, Weiterbildungs-, Erziehungs- und Pflegephasen helfen, demografische Probleme zu entschärfen und die Abwanderung von Fachkräften in Länder mit attraktiveren Arbeitsbedingungen zu bremsen.

Für die Gestaltung der Arbeitswelt von morgen liefern nicht zuletzt die von Gewerkschaften mitinitiierten staatlichen Förderprogramme wie „Innovative Arbeitsgestaltung – Zukunft der Arbeit“ und „Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt“ mit ihren vielen Hundert Projekten eine Fülle konkreter Hinweise. Noch ergiebiger sind thematisch verwandte skandinavische Programme. Länder wie Schweden und Finnland sind auch deshalb heute erfolgreicher, weil sie für Projekte zur innovativen Arbeits- und Organisationsgestaltung seit Jahrzehnten etwa zehnmal mehr pro Kopf aufwenden als wir. Insbesondere für Gewerkschaften lohnt es, durch aktive Beteiligung an solchen Programmen die Realisierung innovativer Arbeitsformen offensiv voran zu treiben, zumal diese auch helfen, Managementfehler und Massenentlassungen von vornherein zu vermeiden. Bildlich gesprochen: Es ist zweckmäßiger, sich aktiv an der Konstruktion von Brunnen zu beteiligen, als ständig in kräftezehrenden Rettungsaktionen zu versuchen, den bereits hineingefallenen Kindern zu helfen. Dass eine offensive Politik zur Förderung innovativer Arbeitsformen sowie sozial und ökologisch sinnvoller Produktinnovationen zugleich auch ein sehr erfolgreicher Weg ist, um neue Mitglieder zu gewinnen, haben die praktischen Beispiele hinlänglich bewiesen. Literatur


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Reformpolitik für das Modell Deutschland
Dominik Haubner, Erika Mezger, Hermann Schwengel (Hg.):
Reformpolitik für das Modell Deutschland
the author
Ulrich Klotz
Ulrich Klotz

Dipl.-Ing., nach Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Computerindustrie und Werkzeugmaschinenbau seit den 80er Jahren beim Vorstand der IG Metall mit den Schwerpunkten Forschungs- und Innovationspolitik, Wissensgesellschaft und Zukunft der Arbeit. Neben einer Stiftungsprofessur an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach Lehraufträge an den Universitäten Hamburg, Bremen und Hannover. In diversen Gremien des BMBF als Beirat und Gutachter tätig, sowie Autor von zahlreichen, teilweise preisgekrönten Veröffentlichungen zum Thema Arbeit, Technik und Innovation.