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Banken als Bindeglied zwischen Geld- und Kapitalmarkt in Deutschland
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Banken als Bindeglied zwischen Geld- und Kapitalmarkt in Deutschland

40 Seiten · 7,61 EUR
(05. Februar 2007)

 
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Aus der Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit kommt hinsichtlich der Determinanten der Wertpapiertransaktionen deutscher Banken zu folgenden Ergebnissen:

− Banken erwerben aus zwei Gründen Wertpapiere: um Mittel anzulegen, die nicht in Nichtbankenkredite fließen können oder sollen („Ersatzdebitorenmotiv“) und um eine Sekundärreserve aufzubauen oder zu erhalten („Liquiditätsmotiv“). Die Ergebnisse sind kompatibel damit, dass Banken zur Beschaffung von Liquidität vor allem Wertpapierpensionsgeschäfte mit anderen Banken tätigen.

− Mit sinkenden Kapitalmarktzinsen erhöhen Banken sowohl ihre (langfristige) Wertpapierhaltung als auch die „Netto-Absorption“ (langfristiger) Wertpapiere.

− Nicht die Höhe der Variabilität der Kapital- und/oder Geldmarktzinsen wirkt sich auf Wertpapiertransaktionen der Banken aus, sondern die Differenz zwischen beiden: Steigt die Variabilität des Kapitalmarktzinssatzes stärker als die Variabilität des Geldmarktzinssatzes, erwerben Banken mehr (langfristige als kurzfristige) Wertpapiere. Ein signifikanter Einfluß der Zinsschwankungen auf die „Netto-Absorption“ kann nicht festgestellt werden.

Demnach können die von Karl Häuser getroffenen Annahmen zum Teil bestätigt werden: Erstens entwickeln sich die Kreditvergabe an Nichtbanken und der Wertpapiererwerb tatsächlich entsprechend dem Ersatzdebitorenmotiv entgegengesetzt zueinander – allerdings wird dies zumindest teilweise dominiert vom Liquiditätsmotiv, demgemäß Banken Wertpapiere erwerben, um mit diesen gegebenenfalls Wertpapierpensionsgeschäfte tätigen zu können. Zweitens verhält sich der Erwerb (langfristiger) Wertpapiere tatsächlich entgegengesetzt zur Entwicklung der Kapitalmarktzinsen (er ist also entsprechend der Hypothese Häusers „zins“- antizyklisch).

Es findet sich allerdings keine empirische Bestätigung für die Hypothese, dass eine hohe Volatilität der Kapitalmarktzinsen Banken dazu veranlaßt, weniger (langfristige) Wertpapiere zu erwerben. Eine hohe Zinsvolatilität führt demnach über das Bankverhalten nicht zu einer „Überliquidisierung des Kapitalmarktes“, wie es Häuser vermutete. Möglicherweise besitzt die – gegenüber Anfang der 80er Jahre – wahrscheinlich deutlich gestiegene Bedeutung des Eigenhandels der Kreditinstitute hierfür einen gewissen Erklärungsgehalt.

Ein – über den Einfluß der anderen einbezogenen Größen hinausgehender – signifikanter Einfluß der Konjunkturvariablen auf die fristenbezogenen Wertpapiertransaktionen der Banken konnte ebenfalls nicht gefunden werden.

Bei der Interpretation dieser Resultate ist zu bedenken, dass sie nichts über Wirkungsgrad und -weise geldpolitischer Maßnahmen aussagen. Die vorliegende Arbeit beschränkt sich einzig und allein auf das Bankverhalten hinsichtlich ihrer Wertpapiertransaktionen. Wie Zentralbankmaßnahmen dieses Verhalten beeinflussen, und was dies für die „Geldmarktabhängigkeit des Kapitalmarkts“ bedeutet, ist in einem weiteren Schritt erst noch zu analysieren.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Exogenität und Endogenität
Bertram Schefold (Hg.):
Exogenität und Endogenität
the author
Dr. Christian Upper

geb. 1966; forscht auf den Gebieten Mikrostruktur von Finanzmärkten und Stabilität des Finanzsystems; 1999 Promotion am Europäischen Hochschulinstitut; 1994 MSc in Economics, University of Warwick; 1993 MA (Hons) in Economics, University of Edinburgh; seit 1998 Volkswirt bei der Deutschen Bundesbank.

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