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Bildung für alle - Kern sozial gerechter und leistungsstarker Politik
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Bildung für alle - Kern sozial gerechter und leistungsstarker Politik

14 Seiten · 2,81 EUR
(16. Oktober 2009)

 
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Aus der Einleitung:

PISA 2000 löste eine Bildungsdebatte in Deutschland aus, die bis heute nicht abgeklungen ist. Jede internationale Vergleichsstudie initiiert durch die OECD hält dem deutschen Bildungssystem erneut einen hässlichen Spiegel vor: Zu wenig Hochschulabsolventen, zu viele junge Menschen in zentralen Grundkompetenzen auf niedrigstem Bildungsniveau und ein extrem hoher Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg, der traurige Weltspitze ist. Zweifelsohne, seit 2000 ist einiges geschehen: Kindertagesstätten werden zumindest von der offiziellen Politik nicht mehr als unerlaubter staatlicher Eingriff in die Familie gesehen. Auch für die unter Dreijährigen werden sie als Bildungsorte verstanden. Schulen entwickeln sich zu ganztägigen Einrichtungen, ohne dass das Abendland untergeht. Kindern aus Migrationsfamilien wird insbesondere bei der frühkindlichen Sprachentwicklung mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Nationale Bildungsstandards wurden entwickelt, ohne dass der Föderalismus Schaden genommen hätte. Das sind nur einige Beispiele der längst überfälligen Maßnahmen. Doch auch fast zehn Jahre nach dem PISA-Schock bleibt Deutschlands Bildungssystem im internationalen Vergleich trotz einzelner Fortschritte weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Doch um das eigentliche Problem deutscher Bildungspolitik zu lösen ? die extrem hohe Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft oder anders ausgedrückt, die Vererbung von Bildungsarmut ? bedürfte es grundlegender, konsequenter Reformen und nicht nur halbherziger Reparaturmaßnahmen. Die sind bisher ausgeblieben, so wie die Empfehlungen des Strukturplanes des Deutschen Bildungsrats von 1970 fast 40 Jahre danach auf ihre Umsetzung warten.

Auch wenn es gelungen ist, dem ?katholischen Mädchen vom Lande?, die Kunstfigur für Bildungsbenachteiligung der 70er Jahre, den Weg in die Hochschulen zu ebnen, so ist an deren Stelle eine neue Benachteiligtengruppe getreten ?der türkische Junge eines Gastarbeiters in der Großstadt?. Das Grundproblem und die Ursachen der sozialen Ausgrenzung im und durch das Bildungssystem sind auch im 21. Jahrhundert noch prägend. In Anbetracht des stetig wachsenden Anteils der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland und der zwingenden Notwendigkeit von Einwanderung in den kommenden Jahren ist es nicht länger hinnehmbar, dass die Bildungspolitik und das deutsche Bildungssystem erst allmählich systematische Ansätze zur frühen Förderung von Migranten auf den Weg bringt. Eine verfehlte Einwanderungspolitik hat zu sozialer und gesellschaftlicher Ausgrenzung ganzer Migrationsgruppen geführt, die nur schwer umkehrbar ist.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Reformpolitik für das Modell Deutschland
Dominik Haubner, Erika Mezger, Hermann Schwengel (Hg.):
Reformpolitik für das Modell Deutschland
the author
Dr. Eva-Maria Stange
Eva-Maria Stange

Jg. 1957; Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft seit 1997, Frankfurt am Main.

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