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Monday, April 22, 2019
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Bildungsideale
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Bildungsideale

Für ein Kerncurriculum aus Mathematik, Musik, Architektur und Genetik

20 Seiten · 3,71 EUR
(Juni 2016)

 
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Aus der Einleitung:

Im Abendland ist der Begriff der Bildung (literacy) nicht vom Aufstieg des Mönchtums und der kirchlichen Schulen nach dem Niedergang des Römischen Reiches zu trennen. «Gebildet» zu sein bezeichnete die Fähigkeit, die Bibel zu lesen, Buchstaben zu formen. Diese oft nur rudimentäre Fertigkeit definierte den Geistlichen und den Schreiber, die eng miteinander zusammenhingen. Eine gewisse Vertrautheit mit dem Lateinischen, wenngleich oft in Misch- und Übergangsformen, sowie, nur sehr selten, ein gewisser Zugang zum klassischen Griechisch auf dem Weg über Byzanz oder den Islam waren mit kirchlichen, juristischen, bürokratischen und diplomatischen Würden verbunden. Diese gebildete Elite, diese Literaten (unter denen es als Ausnahmen einige wenige Frauen gab) sicherten in ganz pragmatischem Sinne die fragmentarische Erhaltung und Weitergabe der antiken Kultur – eine Vermittlung, die durch christliche Offenbarung abgeschwächt und abgeändert wurde. Bildung oder Lesefähigkeit definierte somit eine Klerisei und diejenigen ideologischen und politischen Machtbeziehungen, die die Herrschaft von Kirche und Staat möglich machten. Von diesem Erbe, das Dante in seinen Abhandlungen über die Volkssprache und über literarische Bildung in unvergleichlicher Weise dargelegt hat, leiten sich die modernen westlichen Konzepte der Bildung und ihrer Anwendungen her – wobei «modern» einfach nachmittelalterlich meint.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die Aufgabe der Bildung
Philip Kovce, Birger P. Priddat (Hg.):
Die Aufgabe der Bildung
the author
Prof. Georg Steiner
Georg Steiner

geboren 1929 in Paris, lehrte Vergleichende Literaturgeschichte in Genf und Cambridge. Seit 1994 hatte er den Lord-Weidenfeld-Lehrstuhl für Komparatistik an der Universität Oxford inne.