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Bioenergie in Brasilien - Ein Vorbild für nachhaltige Entwicklung?
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Bioenergie in Brasilien - Ein Vorbild für nachhaltige Entwicklung?

21 Seiten · 3,30 EUR
(Juli 2010)

 
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Aus der Einleitung:

Die Diskussion um Bioenergie hat ein turbulentes Auf und Ab in der Öffentlichkeit und Politik hinter sich. Die gesamte Debatte konzentrierte sich zunächst ausschließlich auf Biokraftstoffe. Befürworter sehen darin eine klimaverträgliche Sicherung der Energieversorgung in Zeiten einer weltweit steigenden Energienachfrage. Gegner machen auf vielfältige Probleme aufmerksam, die sich aus der Produktion und der Nutzung von Biokraftstoffen ergeben. Sie entstehen vor allem aus Nutzungskonkurrenzen des Anbaus von Energiepflanzen zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion und zur biologischen Vielfalt. Außerdem ist die Klimaschutzwirkung gerade bei den Biokraftstoffen oftmals sogar negativ, wenn direkte und indirekte Verdrängungseffekte des Anbaus der Bioenergiepflanzen und die CO2-Emissionen der damit verbundenen Landnutzungsänderung in die Treibhausbilanz der Biokraftstoffe einbezogen werden.

Diese Probleme haben dazu geführt, dass die EU ihre ursprünglichen Biokraftstoffziele im Sommer diesen Jahres aufgeweicht hat: Das Ziel bis 2020 zehn Prozent des Energiebedarfs im Verkehrssektor durch erneuerbare Quellen zu decken, muss nun nicht mehr allein durch Biokraftstoffe erreicht werden. Die Landwirtschaft hat in den meisten Entwicklungsländern einen sehr hohen Anteil am Bruttoinlandsprodukt und beschäftigt vielfach zwischen 60 und 90 % der Bevölkerung. Auch wenn der Anteil der Subsistenzwirtschaft sehr hoch ist, so stellt die Produktion von cash crops und auch deren Weiterverarbeitung eine wichtige Deviseneinnahmequelle für viele Entwicklungsländer dar. Brasilien hat in den vergangenen 30 Jahren eine marktreife Bioethanolindustrie aufgebaut. Damit ist es nicht nur gelungen, einen signifikanten Beitrag zur Deckung des eigenen Energiebedarfs zu leisten ? Brasilien strebt nun auch die Weltmarktführerschaft an. Viele Entwicklungsländer wollen dem Beispiel Brasiliens nacheifern. Allerdings wird Brasiliens Strategie vor allem aufgrund von Konflikten zu der ökologischen Ebene und auch auf der sozialen Ebene kritisiert.

Bei den Akteuren der internationalen Entwicklungszusammenarbeit herrscht vielfach große Unsicherheit, wie sie sich zu dem Bioenergieboom verhalten sollen. Es fehlt an entsprechenden Politiken und Strategien, die es ermöglichen, die Potenziale der Bioenergie in den Bereichen Elektrizität, Wärme und Mobilität zu nutzen, ohne wesentliche internationale Ziele wie die Sicherung der Welternährung, Klima- und Naturschutz zu gefährden. Eine Strategie für die Produktion und Nutzung von Bioenergie, die dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung gerecht wird, muss entwickelt werden. Diese Strategie muss operationalisierbar sein und dann länderspezifisch angewendet werden.

Der vorliegende Beitrag geht zunächst kurz auf den Status Quo der Bioenergieproduktion und -nutzung in Brasilien ein. Danach werden unterschiedliche Konzepte von Nachhaltigkeit und mögliche Ansätze zu ihrer Operationalisierung betrachtet. Für die Bewertung von Produktion und Nutzung von Bioenergie in Brasilien im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung werden anschließend die Bioenergieleitplanken des WBGU herangezogen. Abschließend wird ein Schema vorgestellt, das es Regierungen von Entwicklungs- und Schwellenländern und den Entscheidungsträgern der Entwicklungszusammenarbeit ermöglicht, Chancen und Risiken der Bioenergieproduktion und -nutzung zu erkennen und Chancen nachhaltig zu nutzen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Nachhaltige Entwicklung – das neue Paradigma in der Ökonomie
Harald Hagemann, Michael von Hauff (Hg.):
Nachhaltige Entwicklung – das neue Paradigma in der Ökonomie
the author
Prof. Dr. Nina V. Michaelis
Nina V. Michaelis

ist seit 2009 Professorin für Volkswirtschaftslehre, insb. Nachhaltige Ökonomie an der FH Münster. Davor war sie sechs Jahre als Referentin für Ökonomie an der Geschäftsstelle des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) in Berlin tätig.

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