Angelegt als eine transdisziplinäre »Vermessung des Menschseins im Anthropozän« beschreibt das Anthropozänika-Projekt in fünf eigenständig angelegten Tiefenbohrungen die zentralen Treiber unseres individuellen und institutionellen Handelns. Anhand einer grundlagenphilosophischen Reflexion dieser Treiber legt es die Stellhebel frei, mit denen wir uns zukunftsfähiger ausrichten können, als wir es mit unseren derzeitigen Wirtschafts-, Konsum- und Lebenspraktiken heute offensichtlich vermögen.
Zwei Fragen stehen im Zentrum der Reihe. Erstens: Wie und warum haben wir uns mit unseren wohlfahrts- und wohlstandsgetriebenen Aufschwüngen sowie den dahinterstehenden Errungenschaften im Bereich der Ethik, Technik, des Wissens und der Wissenschaften in die Problemlagen des Anthropozäns manövriert, mit denen wir uns derzeit zunehmend mit uns selbst bedrohen (Klimawandel, Artensterben, Ressourcenraubbau sowie daraus entstehende Konflikte, Migrationsbewegungen und Verteilungskriege)? Zweitens: Warum betrügen wir uns mit unseren gängigen Antworten auf diese Frage weithin mit uns selbst?
Aus immer neuen, jeweils buchttitelgebenden Fokussierungen behandeln die einzelnen Bände dabei das immer gleiche Terrain. Es ist unser auf vielfältigste Weisen konditioniertes Menschsein und was daraus für uns und unsere Handlungsmöglichkeiten folgt. Der erste Band, ›Freiheit und Selbsterhalt. Zur Zukunft des Menschen im Anthropozän‹, beschreibt die menschlichen Konditionierungsverhältnisse; der zweite, ›Moral und Vernunft im Anthropozän. Das Ethos der Lebensdienlichkeit‹ das Wesen der Ethik und Moral; der dritte, ›Neglect. Grundlegungen zur Praxis des Verleugnens‹, unsere Verdrängungs- und Verleugnungsmechanismen; der vierte, ›Wirtschaft als Denkform. Die Ökonomisierung der Lebenswelt‹ den Siegeszug des Kapitaldenkens sowie der fünfte, ›Selbstbetrug und Selbsterhalt. Der Weg der Vernunft im Anthropozän. Grundlegungen zur „zweiten kopernikanischen Wende“‹ die Möglichkeiten, wie wir uns aus den Problembeständen des Anthropozäns befreien können und welche Preise wir dafür zu entrichten haben.