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Sonntag, 16. Dezember 2018
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Chemiezukünfte - Leitbilder und Leitplanken am Beispiel Bionik / Biomimetik und Nanotechnologie
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Chemiezukünfte - Leitbilder und Leitplanken am Beispiel Bionik / Biomimetik und Nanotechnologie

43 Seiten · 7,11 EUR
(Dezember 2006)

 
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Aus der Einleitung:

Mark Twain wird der Spruch zugeschrieben: "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen". Die Zukunft ist offen, Aussagen über die Zukunft "der Chemie" sind extrem unsicher, insofern ist der Plural "Chemiezukünfte" durchaus angemessen. Andererseits lehrt uns die Technikgenese- und Innovationsforschung, dass die Zukunft technologischer Entwicklungen so völlig offen auch wieder nicht ist. Ähnlich wie von Thomas Kuhn für die Wissenschaftsgeschichte beschrieben, verläuft die Technikentwicklung oft über lange Zeiträume entlang eines bestimmten Pfades (wissenschaftlichen Paradigmas oder technologischen Trajekts). Die Entwicklung des Verbrennungsmotors verläuft z.B. seit über 100 Jahren auf so einem Trajekt. Dies dürfte in der Chemie nicht viel anders sein. Die Chemiezukunft wird weitgehend geprägt durch die Chemiegegenwart. Die Innovationsforschung spricht in solchen Fällen von Pfadabhängigkeiten (lockins), die überwunden werden müssen, wenn es zu einem Pfadwechsel kommen soll. Die Zukunft der Chemie wird also auch zu einem hohen Maße noch durch die Gegenwart der Chemie bestimmt sein. Man denke nur daran, wie schwer sich die deutschen Unternehmen der Großchemie getan haben bei der Umstellung von Bulk- auf Feinchemikalien und bei der Annäherung an die "life sciences".

Noch schwieriger wird es, wenn nicht mehr nur von möglichen Chemiezukünften die Rede sein soll, sondern von besonders wünschenswerten (bzw. notwendigen), z.B. von einer ?nachhaltigeren Chemie?. Damit stellt sich das Problem der Beeinflussbarkeit oder gar Steuerbarkeit von wissenschaftlich-technischen Entwicklungen. In modernen, komplexen, ausdifferenzierten Gesellschaften dürfte es allerdings wohl kaum einen Punkt geben, von dem aus die chemisch-technische Entwicklung ?gesteuert? werden kann. Weder die Konzernzentralen, noch die Verbraucher, noch die Umweltgruppen, noch die universitären und außeruniversitären Forschungszentren oder die staatlichen Institutionen haben genug Macht, um solche Entwicklungen nach Gutdünken allein zu steuern. Sie können sie allerdings, im Verbund mit weiteren Akteuren des Chemie-Innovationssystems, durchaus beeinflussen. Und sie sollten ihre Möglichkeiten auch nutzen. Selbstverständlich gehören die Vorstandsetagen der Chemischen Industrie zu den besonders einflussreichen Akteuren. Und selbstverständlich machen diese sich auch Gedanken über die Zukünfte der Chemie.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Nachhaltige Chemie
Michael Angrick, Klaus Kümmerer, Lothar Meinzer (Hg.):
Nachhaltige Chemie
Der Autor
Prof. Dr. Arnim von Gleich
Arnim von Gleich

Professor für das Lehrgebiet "Technikgestaltung und Technologieentwicklung im Fachbereich Produktionstechnik, Universität Bremen.

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