sprache deutsch
sprache english
» Zum Merkzettel
0 Artikel
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


 Startseite » Umwelt  » Nachhaltigkeit & Generationengerechtigkeit 
Downloadgröße :
ca. 8,366 kb

Damit gutes Leben mit der Natur einfacher wird

Suffizienzpolitik für Naturbewahrung

pdf 280 Seiten ·  24,44 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-7316-1340-4 (11. Dezember 2019 )
zur normalen Buchansicht

 
Ich bin mit den AGB, insbesondere Punkt 10 (ausschließlich private Nutzung, keine Weitergabe an Dritte), einverstanden und erkenne an, dass meine Bestellung nicht widerrufen werden kann.
 
 

Die Beiträge dieses Bandes entstanden im Rahmen einer 3-teiligen Tagungsreihe in den Jahren 2016-2018 an der Internationalen Naturschutz Akademie des Bundesamtes für Naturschutz. Sie befassen sich erstens mit konzeptionellen Grundlagen der Suffizienz, also etwa den Fragen, was unter Suffizienz verstanden wird, warum sie wichtig ist und was sie für unterschiedliche Lebensbereiche bedeuten könnte. Sie erörtern zweitens, welche Rahmenbedingungen nötig und möglich sind, um Lebensstiländerungen zu erleichtern, die nachhaltige Entwicklung fördern. Ein dritter Schwerpunkt des Bandes liegt in der räumlichen Dimension von Suffizienz (-politik): Welche Herausforderungen und Möglichkeiten birgt Suffizienzpolitik im städtischen und ländlichen Raum? Welches Transformationspotenzial hin zu nachhaltigeren Gesellschaften liegt darin, Räume neu oder anders zu denken? Die Beiträge des Bandes geben Antworten auf konzeptionelle und praktische Fragen der Suffizienz (-politik) und verstehen sich als konstruktiver Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.


Simon Meisch, Leonie Bossert, Lieske Voget-Kleschin
"Landkarte für mehr Fahrvergnügen auf dem Weg zur Suffizienz"

Norbert Wiersbinski
Ein persönlicher Rückblick auf 35 Jahre Auseinandersetzung mit Suffizienz

Ludwig Fischer
Was genügt? Gedanken zur kulturellen Bestimmung von Suffizienz

Corinna Fischer
Grenzen ermöglichen: Suffizienzpolitik für Nachhaltigkeit

Laura Spengler
Was heißt "genug"? Suffizienz als Unter- und als Obergrenze

Simon Meisch
Warum Suffizienz(-Politik) keine Diktatur von Gutmenschen ist

Thomas Van Elsen
Soziale Landwirtschaft als ökologische Inklusion

Gerhard Reese, Stefan Drews, Josephine Tröger
Warum haben wir Angst vor dem Weniger? Umweltpsychologie und Suffizienz im Fokus

Michael Bilharz
Nachhaltiger Konsum: Rahmenbedingungen und freiwilliges Handeln strategischer denken

Michael Kopatz
Ökoroutine und Konsumenten-Erlösung: Verhältnisse verändern Verhalten

Damian Ludewig
Das Potential einer ökologischen Finanzreform für Suffizienz-Strategien

Rahel Gessler, Toni W. Püntener
Suffizienz als handlungsleitendes Prinzip: Zu Politik und Verwaltung am Beispiel der Stadt Zürich

Herbert Brüning
Lässt sich Suffizienz mehrheitsfähig kommunizieren? Das Beispiel Norderstedt

Ulf Schönheim
Sozial-ökologische Landwirtschaft: das Regionalwert-Modell

Arne Steffen
Suffizientes Wohnen in der Stadt

Michael Thomas
Suffizienz - Degrowth - Transformation. Erkundungen in und Reflexionen zu leeren Räumen

PS 3.4.2020 ()

Abschliessend nochmals zu einem Sammelband, der schon in der Buchbeilage vorkam. Thema: «Suffizienzpolitik.» Das klingt nicht süffig, erinnert an die leidigen Grenzen des Wachstums. Oft sind die Inhalte für Grüne besonders unbequem, denn gerade jene «Bevölkerungssegmente, in denen positive Umwelteinstellungen weiter verbreitet sind als im Bevölkerungsmittel», so lautet die bittere Botschaft entsprechender Studien, liegen beim Ressourcenverbrauch über dem von weniger Umweltorientierten, die in der Regel mit weniger Einkommen durchs Leben gehen. Nur bei der Ernährung passen grüne Theorie und Praxis halbwegs zusammen. Fernreisen oder Wohnflächen bringen die Ökobilanz meist rasch zum Kippen.

Wie die offensichtliche Kluft zwischen Wissen und Handeln zu überwinden wäre, ist darum eine Kernfrage der aktualisierten Beiträge einer Tagungsreihe der Akademie des deutschen Bundesamtes für Naturschutz. Sie sind differenziert, in den Empfehlungen teils kontrovers. Vorab technologische Effizienz- und Konsistenz-Elemente lassen sich im inzwischen modischen Green New Deal politisch gut unterbringen. Bei der Suffizienz aber, die Laura Spengler ausdrücklich mit Gerechtigkeit, also mit Unter- wie mit Obergrenzen verknüpft, hört die nachhaltige Konsequenz in unseren Breiten bald einmal auf. «Wie viel ist genug?» Diese häufig gestellte Frage könne nicht für sich allein stehen. «Genug wovon? Genug wofür? Und für wen?» In den Umweltdebatten sei Jahrzehnte über die Frage gestritten worden, ob sich alles durch technische Fortschritte lösen lasse oder ob in den reichen Gesellschaften auch Lebensstile ändern müssen. Heute wüssten zwar fast alle, dass beides notwendig wäre, um die uns bedrängenden Probleme vom Klimawandel bis zum Verlust der Biodiversität zu reduzieren, und der Ruf nach politischem Eingreifen, einem Konzept für Suffizienz wird lauter. Andere warnen vor der Ökodiktatur, wenn soziale und ökonomische Strukturen tangiert sind. Doch die abwägende Frau, welche seit 2019 beim Umweltbundesamt in Dessau den Bereich für Nachhaltigen Konsum leitet, argumentiert hier mit einem «liberalen Schadensprinzip». Wenn durch Handlungen von Personen «ein Schaden an anderen entsteht oder wahrscheinlich entstehen kann», dürfe der Staat eingreifen. «Das gilt auch für die kumulativen Wirkungen des Konsumverhaltens einer grossen Menge von Menschen.»

Rahel Gessler und Toni W. Püntener hatten ihren Kolleginnen und Kollegen zu erklären, was «Suffizienz als handlungsleitendes Prinzip» in Politik und Verwaltung der Stadt Zürich bewirkt hat, nachdem sich 2008 immerhin 76,2 Prozent der Abstimmenden kommunal für das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft entschieden. Sie erwähnen in ihrem durchzogenen Zwischenfazit ein Forschungsprojekt zur Frage: «Welches Konsumniveau reicht mir?» Die dort im Durchschnitt erfasste Antwort lag deutlich unter dem gleichfalls ermittelten Niveau des aktuellen eigenen Verhaltens. Offensichtlich gäbe es da Potenziale. «Einfach besser leben» wurde als möglicher Slogan vorgeschlagen.




the editors
Leonie Bossert
Leonie Bossert Leonie Bossert ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Gemeinwohlorientierung im Zeitalter der Digitalisierung. Transformationsnarrative zwischen Planetaren Grenzen und Künstlicher Intelligenz“ und seit 2013 als Mitarbeiterin am IZEW und als Dozentin tätig. Sie promoviert an der Universität Tübingen zur Inklusion von Tieren in eine Ethik Nachhaltiger Entwicklung und war bis 2018 Promotionsstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung. [weitere Titel]
Dr. Lieske Voget-Kleschin
Lieske Voget-Kleschin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Philosophischen Seminar der Universität Kiel und am Lehrstuhl für Ethik, Theorie und Geschichte der Biowissenschaften der Universität Tübingen. [weitere Titel]
Dr. Simon Meisch
Simon Meisch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (Institute for Advanced Sustainability Studies – IASS) in Potsdam. Seit 2020 arbeitet er am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen. Seine Schwerpunkte sind Ethik und Konzeptionen nachhaltiger Entwicklung, Ethik und Methodologie der Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung, Ethik der Wasserforschung und -governance. [weitere Titel]
dem Verlag bekannte Rezensionen
  • «Einfach besser leben»
    PS 3.4.2020 mehr...
das könnte Sie auch interessieren
Aufsätze als PDF-Download