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Montag, 10. Dezember 2018
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Das riskante Paarungsverhalten. Oder: Warum der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2001 zu Unrecht vergeben wurde
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Das riskante Paarungsverhalten. Oder: Warum der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2001 zu Unrecht vergeben wurde

Theoretische und praktische Provokationen zum Risiko von Unternehmenszusammenschlüssen

14 Seiten · 3,22 EUR
(November 2003)

 
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Aus der Einleitung:

„Neben dem Markt für Produkte und Dienstleistungen hat sich ein Weltmarkt für Unternehmen entwickelt.“ So beschreibt Rubens Ricupero, der Generalsekretär der Welthandels- und Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen die Entwicklung der globalen Wirtschaft in den letzten Jahren.

In der Tat schauen wir auf eine unvergleichliche Konzentrationswelle von Unternehmen zurück. Paradoxerweise haben sich gerade die den Wettbewerb predigenden Unternehmen zu sozialistisch anmutenden, zentralistisch geführten Planwirtschaften mit über 400.000 Beschäftigten zusammengeschlossen.

Im Rekordjahr 2000 wechselten 37.000 Unternehmen mit einem Gesamtwert von 3,49 Billionen Dollar den Eigentümer. Dabei sind Unternehmenszusammenschlüsse kein spezifisches Phänomen der 1990er Jahre gewesen. Empirisch lassen sich seit 1895 Konjunkturwellen im Markt für Unternehmen erkennen. Die letzte, seit dem vierten Quartal 2000 zu Ende gegangene fünfte Welle war geprägt durch grenzüberschreitende Transaktionen im Zuge der Globalisierung, durch Transaktionen im Telekom- Medien-, Finanz- und Dienstleistungssektor sowie durch Großtransaktionen. Dreistellige Milliardenbeträge in US-Dollar wurden für die begehrten Akquisitionsziele bezahlt. Die Branchen sind durchgeschüttelt. Mitarbeiter, Kunden und Zulieferer auch. 70 Prozent der Top-Manager verlassen in den ersten fünf Jahren freiwillig fusionsbedingt das Unternehmen. Die Gesamtfluktuation steigt um das 12fache. Die Herzinfarktquote nimmt zu. Ca. 5 Prozent der Kunden wandern zum Nächstbesten: zum Konkurrenten. Der Umsatz bricht in 56 Prozent der Fusionsunternehmen ein. Die Zulieferer haben nun auch verstanden, was Kostensynergien bei den Pressekonferenzen zu Mergern genau heißt und heben vorsichts¬halber durchschnittlich die Preise an. Es verhandelt sich dann besser. Auch die Rating-Agentur Moody’s hat in 60 Prozent der Fälle erst einmal die Bonität herabgestuft. Die Welle ist vorbei. Die Konsequenzen nicht. Sie werden erst jetzt sichtbar. Das Warten in den Investmentbanken beginnt. Das Warten auf die sechste Welle. Das Warten auf die nächste Risikobereitschaft. Bis dahin gilt: Insolvenzverwaltung und Verkäufe zur Entschuldung mit allen Entschuldigungen an Mitarbeiter, Aktionäre und Wertschöpfungspartner.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Risikoökonomie
Felix Lowinski, Birger P. Priddat (Hg.):
Risikoökonomie
Der Autor
Prof. Dr. Stephan Jansen
Stephan Jansen

seit 1.9.2003 Gründungspräsident und Geschäftsführer der Zeppelin University gGmbH und Inhaber des Lehrstuhls für Strategische Organisation & Finanzierung.

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