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Tuesday, July 23, 2019
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Den Geldschleier lüften!
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Den Geldschleier lüften!

In der Krise lohnt es sich, genau nachzuschauen, was unter ihm versteckt ist

18 Seiten · 3,52 EUR
(April 2013)

 
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Aus der Einleitung:

Systeme, die reibungslos funktionieren, werden nicht weiter hinterfragt. Mit der globalen Finanzkrise aber ist nicht nur die internationale Finanzwirtschaft, sondern das Wirtschaftssystem der kapitalistischen Marktwirtschaft insgesamt in den Fokus des Interesses gerückt. Kritische Grundsatzfragen zum Kapitalismus werden nicht nur in esoterischen Zirkeln der fundamentalistischen Linken gestellt, sondern auch in den großen, einflussreichen Zeitungen traktiert – zumindest im Feuilleton. Wenn es in diesen Debatten um die Eigenlogik des kapitalistischen Wirtschaftssystems geht, spielt – auch im Windschatten der Marxschen G-W-G’-Formel – das Ziel von Vermögensbesitzern, ihr Geld zu vermehren, eine zentrale Rolle. In einem überraschenden Gegensatz dazu steht, dass Geld in der herrschenden – zumeist als neoklassisch bezeichneten – Wirtschaftstheorie wenig Bedeutung zukommt: Geld ist hier eine Recheneinheit zur Bewertung von Gütern, und ein Tauschmittel, das es den Wirtschaftsakteuren erleichtert, wechselseitig jeweils die weniger gewünschten Güter gegen benötigte oder begehrte Güter einzutauschen – aber es ist eben eine neutrale Recheneinheit und ein neutrales Tauschmittel. Verdoppelt sich von heute auf morgen die Geldmenge, dann verdoppeln sich auch alle Preise. Veränderungen der Geldmenge führen in der Realwirtschaft allenfalls zu kurzfristigen Abweichungen von einem Gleichgewicht, das rein realwirtschaftlich, also ganz ohne Geld bestimmt wird. Die Werte der Güter ergeben sich in dieser Sicht allein aus der subjektiven Wertschätzung der beteiligten Akteure und aus den Mühen, die sie auf sich genommen haben, um diese zu produzieren bzw. bereitzustellen. Geld wird nicht als solches begehrt, es spielt für die Werte der Güter keine Rolle. Die Menge des Geldes bestimmt nur das Preisniveau, gewissermaßen den – bei allen Gütern gleichen – Faktor, mit dem man die allein durch Bereitstellungsaufwand und Begehren bestimmten Werte der Güter multiplizieren muss, um zu den Güterpreisen zu gelangen. Weil sich Veränderungen der Geldmenge in dieser Sicht nicht auf die Realwirtschaft auswirken, spricht man auch von einer Neutralität des Geldes. Zwischen der Sphäre der Güter und der Sphäre des Geldes klafft demnach eine Lücke; im Theoriegebäude der (neo-)klassischen Ökonomie gibt es eine Dichotomie zwischen der Wert- und der Geldtheorie.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Den Geldschleier lüften!
Bernhard Emunds, Wolf-Gero Reichert (Hg.):
Den Geldschleier lüften!
the authors
Prof. Dr. Bernhard Emunds
Bernhard Emunds

Leiter des Oswald von Nell-Breuning-Instituts der Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt/Main. Promotion an der Universität Frankurt, Habilitation an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster.

[weitere Titel]
Dr. Wolf-Gero Reichert
Wolf-Gero Reichert

Volkswirt und Theologe, Oswald von Nell-Breuning Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik der philosophisch-theologisch Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt

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