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Monday, August 19, 2019
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Der Einfluß von Michail Tugan-Baranowsky auf die deutsche Konjunkturforschung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts
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Der Einfluß von Michail Tugan-Baranowsky auf die deutsche Konjunkturforschung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts

41 Seiten · 6,36 EUR
(Juni 2006)

 
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Aus der Einleitung des Beitrags:

Ist Michail Tugan-Baranowsky der „Vater der neueren Krisentheorie“ (Sombart 1904, 130; Gringauz 1928, 117), oder ist er nur einer der „harmoniefreudigen Epigonen des Marxismus“ (Löwe 1925, 343), der zur Konjunkturforschung nichts Wesentliches beigetragen hat? Oder ist er gar ein „fanatischer Sozialist“ (Wenckstern 1905, 422), der einen „verrückt gewordenen Marxismus“ (Hilferding 1910, 384) vertreten hat? Während ihn die einen für einen herausragenden Ökonomen halten, der die Lehre von den Schwankungen im Wirtschaftsleben maßgeblich beeinflußt, ja ihr sogar einen „Königsweg“ gewiesen habe (Zweynert 2002, 402; ähnlich Hagemann 1999, 90 ff.; Reijnders 1998, 211 ff., und Keynes [1930/1931] 1983, 375 f.), sehen die anderen in ihm nicht viel mehr als einen wenig schöpferischen, marxistischen Krisenforscher, dem es nicht gelang, aus der Beschreibung des wirtschaftlichen Auf und Ab in England eine geschlossene Konjunkturtheorie zu entwickeln (vgl. Löwe 1926, 176; Hilferding 1910, 384 und 389). In dieser Abhandlung wird untersucht, ob und in welchem Maße Tugan-Baranowsky die deutsche Konjunkturforschung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, also bis zur nationalsozialistischen Machtübernahme im Jahre 1933, beein¬flußt hat.

Für die deutschsprachigen Ökonomen, die im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts am Konjunkturproblem arbeiteten, war Tugan-Baranowsky insbeson¬dere unter zwei Gesichtspunkten interessant: Den sozialistisch oder sozialdemokratisch orientierten Ökonomen bot er eine Erklärung der Krisen aus den Widersprüchen, dem ‚Chaos‘ des kapitalistischen Wirtschaftssystems an, ohne den Marxschen Erklärungsansatz übernehmen zu müssen. Die eher ‚liberal‘ oder ‚wertfrei‘ orientierten Ökonomen konnten bei Tugan-Baranowsky eine nichtmonetäre Überinvestitionstheorie finden, die einen wesentlichen Grund für die Krise in der Überproduktion und im Kapitalmangel während des Aufschwungs sah. Gegenstand dieser Untersuchung ist die Frage, ob – und wenn ja, in welchem Maße – die Belebung der deutschen Konjunkturforschung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts mit seinen Arbeiten zur Konjunkturtheorie in Verbindung zu bringen ist.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Deutsche und russische Ökonomen im Dialog
Heinz Rieter, Leonid D. Sirokorad, Joachim Zweynert (Hg.):
Deutsche und russische Ökonomen im Dialog
the author
Dr. Ulf Beckmann

Jg. 1964, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter des Prüfungsamtes des Departments Wirtschaftswissenschaften der Universität Hamburg. Forschungsschwerpunkte: Geschichte des ökonomischen Denkens, Konjunkturtheorie.

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