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Der Finanzkapitalismus, die Wachstumskrise und das Europäische Modell
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Der Finanzkapitalismus, die Wachstumskrise und das Europäische Modell

47 Seiten · 7,90 EUR
(07. Juni 2006)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Die Geschichte ist bekannt: Ein Betrunkener sucht seinen verlorenen Schlüssel nicht dort, wo er ihn verloren hatte, sondern unter einer Straßenlaterne: ??weil es dort wenigstens Licht gibt??, so die verblüffende Antwort. Stephan Schulmeister zeigt in seinem Beitrag, dass in eben solcher Weise seit geraumer Zeit Wirtschafts- und Sozialpolitik in Europa betrieben wird: Die Verengung der Realitäts- und Problemwahrnehmung durch die ?neoliberale Brille? reduziert die Problemlösungskompetenz der Politik auf die Inthronisierung der vermeintlich optimal funktionierenden Marktkräfte und die Verringerung des Staatsversagens durch Beschneidung der wirtschafts- und sozialpolitischen Interventionen ? und wird somit selbst zu einem Teil des Problems. Die Dominanz der ?neoliberalen Weltanschauung? wird vor dem Hintergrund divergierender Interessen von Finanzkapital, Realkapital und Arbeit im Übergang von einem Regime des Real- zu einem Regime des Finanzkapitalismus erörtert. Im Realkapitalismus dominieren die gemeinsamen ökonomischen Interessen von Realkapitalisten und Arbeitnehmern, die sich in der Fokussierung auf die Güter- und Arbeitsmärkte zeigen, im Finanzkapitalismus hingegen dominieren die gemeinsamen politischen Interessen von Finanz- und Realkapitalisten, was sich in der zunehmenden Bedeutung der Finanz- und Geldmärkte zeigt. Die Existenzbedingungen des Finanzkapitalismus aber ? eine auf die Stabilisierung der Finanzmärkte setzende Geldpolitik, eine restriktive Finanzpolitik und eine die Einbettung der Märkte reduzierende Liberalisierungs- und Privatisierungspolitik ? laufen den ökonomischen Interessen des Realkapitals zuwider und tragen den Kern eines Antagonismus zwischen den Finanzkapitalismus tragenden Interessen in sich. Wachstumskrise und Massenarbeitslosigkeit sind also die Kennzeichen des Regimewechsels, werden aber im Neoliberalismus ausschließlich als Zeichen mangelnder Dosierung der eigenen Medizin hingestellt ? Ziel ist letztlich die institutionelle Anpassung der Gesellschaften (?laissez-faire Kapitalismus?) an das finanzkapitalistische Regime.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Finanzpolitik in der Kontroverse
Eckhard Hein, Arne Heise, Achim Truger (Hg.):
Finanzpolitik in der Kontroverse
the author
Prof. Dr. Stephan Schulmeister
Stephan Schulmeister

geb. 1947, selbständiger Wirtschaftsforscher und Universitätslektor, von 1972 bis 2012 Mitarbeiter am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), Lebensthema: Spekulationstechniken und Preisdynamik auf Finanzmärkten und ihre Folgen für Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung und das Europäische Sozialmodell.

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