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Der Fluch der Sachzwänge
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Der Fluch der Sachzwänge

Notizen zur Relevanz politischer Alternativen in der digitalen und ökologischen Transformation

25 Seiten · 4,98 EUR
(April 2019)

 
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Aus der Einleitung

Seit einigen Jahren weicht die Vorstellung einer „Politik der Unausweichlichkeit“ einer „Politik der Ewigkeit", die sich insbesondere in der Wahl rechtspopulistischer Kräfte widerspiegelt. Zeit wird nicht mehr als linear und auf Zukunft ausgerichtet wahrgenommen. Vielmehr ist sie zirkulär, Zukunft verweist immer auf Vergangenheit. Der hieraus resultierenden Zukunftslosigkeit wird begegnet, indem schon immer existente Bedrohungen von außen zum Kern politischen Handelns werden. (...) Wie kann es sein, dass Sachzwänge in so unterschiedlichen Vorstellungen von Geschichte und Politik derart präsent, wirksam und im Hinblick auf ihre Auswirkungen ähnlich sind? Warum haben sie in den letzten Jahrzehnten zumindest in der Wahrnehmung vieler Beobachter eine so große Bedeutung gewonnen? Theorien, die im Sachzwang lediglich eine Widerspiegelung neoliberaler Alternativlosigkeit sehen, werden der Komplexität dieser Fragestellungen nicht gerecht, weil sie lediglich die Politik der Unausweichlichkeit sehen. Sie lassen auch offen, wie man vor dem Hintergrund der „allgemeinen Krise“ in

Zukunft mit Sachzwängen umgehen sollte, sowohl analytisch als auch normativ.

Der vorliegende Beitrag erinnert an einige sozialwissenschaftliche Facetten des Sachzwangs, die oft nicht oder nur oberflächlich berücksichtigt werden (Abschnitt 2). Dabei geht es im Kern um die Notwendigkeit, das Phänomen des Sachzwangs in seiner Widersprüchlichkeit auszuhalten (Abschnitt 3): Es gibt, so die Kernthese dieses Beitrages, einen Fluch des Sachzwangs. Er besteht darin, dass Sachzwänge sowohl anwesend abwesend als auch abwesend anwesend sind und sein sollten. Vor diesem Hintergrund mach es wenig Sinn, die Abschaffung des Sachzwangs einzufordern. Vielmehr geht es darum, einen konstruktiven Umgang zu finden. Was dies im Hinblick auf die zwei großen transformato rische Herausforderungen unserer Zeit bedeuten könnte wird zum Ende dieser Notiz angerissen und zur Diskussion gestellt (Abschnitt 4).


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Kapitalismus und Freiheit
Richard Sturn, Katharina Hirschbrunn, Ulrich Klüh (Hg.):
Kapitalismus und Freiheit
the authors
Prof. Dr. Ulrich Klüh
Ulrich Klüh

geb. 1974, ist Professor für Volkswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Makroökonomik und Wirtschaftspolitik an der Hochschule Darmstadt. Vorher war er Direktor der Sparkassenakademie der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen, wo er zahlreiche Veranstaltungen zu volkswirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Themen verantwortete.

[weitere Titel]
Andreas Kaltwasser

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Wirtschaft an der Hochschule Darmstadt.