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Der Platz zwischen den Stühlen
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Der Platz zwischen den Stühlen

Zur Institutionenökonomik interdisziplinärer Forschung in den Gesellschaftswissenschaften

13 Seiten · 4,21 EUR
(11. November 2006)

 
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Aus der Einleitung:

Wer in den Gesellschaftswissenschaften mit einem interdisziplinären Forschungsprojekt nach Diskussionspartnern sucht, findet sich schnell zwischen unterschiedliche Forschergruppen eingekeilt, die zwar jeweils untereinander lebhaft diskutieren, dabei aber den interdisziplinär Forschenden meist den Rücken zukehren. Sie zu veranlassen, den Interdisziplinären statt des Rückens ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden, ist schwer genug. Gelingt es einmal, ist für die solcherart Beschenkten die Versuchung groß, nun ihrerseits eine Gruppe Gleichgesinnter zu bilden, die wiederum nicht verschiedene Forschungsprogramme miteinander verklammert, sondern statt dessen einfach ein neues Forschungsprogramm etabliert.

An Beispielen für diese Tendenz fehlt es nicht. Ob man die Wirtschafts- oder Rechtssoziologie in den Blick nimmt, die Sozioökonomik oder die ökonomische Analyse des Rechts, für die an den Berührungspunkten der Disziplinen entstehenden hybriden Interaktionszusammenhänge gilt in aller Regel, daß sie sich, wo sie nicht bald wieder in der Versenkung verschwinden, im Laufe der Zeit zu mehr oder minder stabilen Wissensgemeinschaften mit je eigenen Wissenssystemen verfestigen. Diese Tendenz wird zwar durch den Umstand abgeschwächt, daß Wissenschaftler meist gleichzeitig in mehreren Wissensgemeinschaften zu Hause sind, so daß sie zumindest prinzipiell Erkenntnisse aus einem Wissenssystem in andere übersetzen können, das freilich ist kostspielig und lohnt sich deshalb für den einzelnen Wissenschaftler schnell nicht mehr.

Dabei ist die Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit prinzipiell unbestritten. Der sich mit dramatischer Schnelligkeit entwickelnde Wissenschaftsbetrieb bringt zu jeder anstehenden Frage so viele und so heterogene Informationen hervor, daß diese, wenn überhaupt, nur noch vermittels eines interdisziplinären Zugriffs sinnvoll zu einer in sich konsistenten Wissensbasis für individuelles oder kollektives Handeln zu integrieren ist. Wo gesamtgesellschaftlich deshalb ein Zuwachs an interdisziplinärer Forschung geboten scheint, gleichzeitig aber zu wenig Anreiz besteht die einzelnen Forschenden zu eben diesen Aktivitäten zu veranlassen, liegt offenbar ein zumindest partielles Versagen des Wissenschaftsmarktes vor.

Bevor an die Korrektur dieses Markversagens gedacht werden kann, bedarf es einer institutionenökonomischen Analyse der Anreizstruktur, mit der die Agierenden in dieser Frage konfrontiert sind. Eben diese soll im folgenden in Grundzügen umrissen werden. Dabei wird in einem ersten Schritt die Situation skizziert, auf die sich die Handelnden in ihren Aktivitäten beziehen. Im zweiten werden aus dieser Situationsbeschreibung die relevanten Handlungsanreize für die Wissenschaftler abgeleitet und im dritten schließlich wird der Wandel der Arbeitsbedingungen für interdisziplinäre Forschung in der Zeit thematisiert.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Finanzpolitik in der Informationsgesellschaft
Birger Priddat, Horst Hegmann (Hg.):
Finanzpolitik in der Informationsgesellschaft
the author
Prof. Dr. Horst Hegmann

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