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Sonntag, 16. Dezember 2018
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Der Treibhausgasemissionshandel in evolutionsökonomischer Perspektive

"Institutionelle und Evolutorische Ökonomik"  · Band 33

558 Seiten ·  49,80 EUR (inklusive MwSt. und Versand)
ISBN 978-3-89518-719-3 (Dezember 2008 )

 
 

Der Klimawandel ist ein ökonomisch bedeutsames Steuerungsproblem und sollte mit einer relevanten Theorie erfasst werden - der Evolutionsökonomik. Sie ist leistungsstark und äußerst nützlich, um die geeignete Institution für dieses Problem zu bestimmen. Aufbauend auf der Einsicht, dass institutionen- und evolutionsökonomische Ansätze hervorragend miteinander verbunden werden können, testet Joachim Schwerd den Emissionshandel. Seine Analyse ist evolutionsökonomisch fundiert und führt zu einer konkreten Instrumentenempfehlung, die stichhaltig, praktikabel, schlank und durchaus zeitlos ist.

Joachim Schwerd argumentiert konsequent evolutionsökonomisch - von der Erkenntnistheorie, über das Menschenbild und die Wirtschaftstheorie bis hin zur Klimaschutzpolitik. Zu diesem Zweck entwirft er eine eigenständige Variante der Evolutionsökonomik, was sich für den Fortgang der Argumentation als überaus ertragreich erweist. So kommt es ihm beim Blick auf den Marktprozess nicht zuletzt auf die dynamische Effizienz im evolutionsökonomischen Sinn an, welche die im Vorhinein unbekannten Innovationserfolge einschließt. Die dynamische Effizienz, echte Neuerungen und die Ergebnisoffenheit marktlicher Prozesse sind aber von höchster Bedeutung, wenn es darum geht, wirtschaftliche Phänomene zu erklären.

Die von Joachim Schwerd gesammelten Erkenntnisse sind relevant, da sie mit einer dem Beobachtungsgegenstand nach angemessenen Theorie gewonnen wurden. Sie sind auch neu, weil eine derart umfassende und systematische Durchdringung des Emissionshandels in evolutionsökonomischer Perspektive noch nicht existiert. Zudem sind sie originell, da sie trotz mannigfaltiger Angriffspunkte in einer bestimmten Handlungsempfehlung zur Institutionengebung münden.

Kapitel 1 führt in die Problemstellung und die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels ein. Kapitel 2 legt die institutionenökonomische Basis der Klimaschutzpolitik und des Emissionshandels. Im dritten Kapitel wird eine eigenständige Form der Evolutionsökonomik entwickelt. Kapitel 4 führt den institutionen- und evolutionsökonomischen Strang zusammen, indem das Für und Wider des Emissionshandels in evolutionsökonomischer Sicht gewogen wird. Das fünfte Kapitel liefert eine evolutionsökonomische Bewertung der Emissionshandelspraxis (Kyoto-Protokoll, europäisches Emissionshandelssystem). Kapitel 6 beinhaltet das Resümee.

Ordo, Band 60, 2009, S. 558.-564 ()

"Das Thema des Buches ist der Klimaschutz und eigentlich nicht primär die Theorie, die dann doch stark im Vordergrund steht. Bei letzterer weist Schwerd zu Recht darauf hin, dass die Evolutionsökonomik keine standardisierte, allgemeinverbindliche Version besitzt, auf die er rekurrieren könnte. Insofern steht es auch in seinem Belieben, sich für eine bestimmte Position zu entscheiden und diese dann konsequent im Buch durchzuhalten. Genau das ist auch der wichtigste Beitrag des Buches für die laufende Diskussion: Schwerd legt seine theoretischen Kriterien detailliert offen und dekliniert sie in gleichem Detail am Fall des Emissionshandels durch. Er hebt zu Recht hervor, dass damit gezeigt werden kann, ob und wie die evolutionsökonomische Perspektive geeignet ist, konkrete Aussagen zur Wirtschaftspolitik abzuleiten. Das ist erfreulich, weil manche Evolutionsökonomen einem wirtschaftspolitischen Defätismus verfallen, der aus der prinzipiellen Negierung der Prognosefähigkeit im Detail resultiert. ...

Das Buch von Schwerd ist ein wesentlicher Beitrag zum Thema, weil es eine solche Diskussion anstößt. Es setzt einen Standard für die Anwendung der Evolutionsökonomik auf die Wirtschaftspolitik, und es zeigt, dass ungeachtet der systematischen Anerkennung des Wissensproblems in der Wirtschaftspolitik normative Aussagen möglich sind. Gleichzeitig werden aber auch die Grenzen einer zu engen Einschränkung der Evolutionsökonomik auf wettbewerbliche Marktprozesse deutlich."

ZAU - Zeitschrift für angewandte Umweltforschung 2009, Heft 1-2 ()

Die vorliegende Dissertationsschrift von Joachim Schwerd behandelt ein hoch aktuelles und regelungsbedürftiges Politikfeld - den Klimaschutz - und ein für die europäische Umweltpolitik relativ neuartiges Instrument - den multinationalen Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten. Obwohl die Idee der handelbaren Emissionsrechte von Ökonomen bereits seit den 1960er Jahren als vorteilhaftes Politikinstrument herausgestellt wird, schließt die Arbeit eine Forschungsschwachstelle: Die intensive Bearbeitung von Zertifikatelösungen in der neoklassisch und primär gleichgewichtstheoretisch orientierten Umweltökonomie konstatiert zwar am Rande ebenfalls eine hohe Anreizwirkung, betont jedoch die statische Kosteneffizienz. Dagegen rückt Joachim Schwerd die für das fundamentale Problemfeld des Klimaschutzes besonders bedeutsame dynamische Effizienz (Anreizwirkung für technischen Fortschritt und tatsächliche Neuerung) in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Zu diesem Zweck wird konsequent eine evolutionsökonomische Perspektive eingenommen, da die Domäne dieses noch relativ jungen wirtschaftswissenschaftlichen Theoreiansatzes gerade im Prozessdenken sowie in der Erklärung ergebnisoffener Marktentwicklungen und echter Neuerungen liegt. Als zentrale Forschungsfrage lässt sich somit festhalten: Können durch eine bisher noch nicht in dieser Tiefe vorgenommene evolutionsökonomische Betrachtung des Zertifikateansatzes über die klassische Instrumentendiskussion hinausgehende neuartige, vertiefte oder abweichende Erkenntnisse bezüglich der dynamischen Anreizwirkung des Emissionshandels gewonnen werden? Bestätigt sich die allgemein in der Standardökonomie konstatierte Vorteilhaftigkeit einer Mengenregulierung auch aus evolutionsökonomischer Sicht?

ETDE Energy Database der FIZ Karlsruhe ()

The author attempts an approach that combines institutional evolution and evolution biology and applies it to emission certificates trading. His analysis is founded on evolution economy and leads to concrete recommendations of instruments. He argues from the view of evolution economy and presents a unique variant of evolution economy. For example, the market process is viewed with regard to the dynamic efficiency in the sense of evolution economy, which can take account of instances of innovative successes that are not known beforehand. The dynamic efficiency, real innovations and the openness of market processes to unknown results are highly important when it comes to explaining economic phenomena.


Der Autor
Dr. Joachim Schwerd

Das Buch entstand hauptsächlich während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Philipps-Universität Marburg.

dem Verlag bekannte Rezensionen
  • "setzt einen Standard für die Anwendung der Evolutionsökonomik" ...
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  • "schließt die Arbeit eine Forschungsschwachstelle" ...
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