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Donnerstag, 19. Juli 2018
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Der amerikansiche Aufschwung und die New Economy
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Der amerikansiche Aufschwung und die New Economy

18 Seiten · 3,43 EUR
(Oktober 2001)

 
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Aus der Einleitung des Herausgebers:

Heiner Flassbeck (ehem. Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, jetzt Chef-Ökonom der UNCTAD, Genf) erzählt in einem ersten Einstieg in die Thematik die US-Erfolgsgeschichte aus einer etwas anderen, weniger spektakulären Perspektive als es die ‚New Economy‘-Anhänger gerne verbreiten. Überraschend, ungewöhnlich, ja eben ‚neu‘ erscheint die US-Entwicklung nur jenem, dessen ökonomisches Weltbild vom neoklassischen Wachstumssyllogismus bestimmt wird, wonach ein kräftiges Wirtschaftswachstum der vorauslaufenden Erhöhung der Bereitschaft zur Ersparnisbildung durch die privaten Haushalte als sprudelnde Quelle der unternehmerischen Investitionen benötige, tatsächlich aber die Spartätigkeit der privaten Haushalte in den USA fast vollständig zum erliegen kam, gleichzeitig aber die Investitionstätigkeit der Unternehmen anschwoll und den langanhaltenden Boom begründete. Stellt man hingegen auf ein keynesianisches Bild des investitionsgeleiteten Wachstums – ausgelöst und verstärkt durch eine Geldpolitik, die im Vergleich zur erwarteten Profitabiliät der Investition (und im Vergleich zu Europa und Japan) als sehr expansiv angesehen werden darf – ab, das durch den Multiplikator- und Akzeleratorprozess zunehmender Konsumneigung aufgrund des (virtuellen) Vermögenseffektes des begleitenden Börsenbooms weitergetragen wurde, so verliert die US-Entwicklung der 1990er Jahre einiges von seiner Rätselhaftigkeit. Allerdings bleibt offen, weshalb die US-Fed unter Alan Greenspan bereit und in der Lage war, ein derartiges Wachstum zu akkomodieren, ohne eine Inflation oder auch nur Inflationsängste bei den Vermögensbesitzern auszulösen. Flassbeck fragt stattdessen berechtigterweise nach der Tragfähigkeit dieser Entwicklung, die erschüttert werden muß, wenn der Vermögenseffekt der boomenden Börsen entfällt oder gar, bei einem Crash-Szenario wie es sich seit Monaten abzeichnet, ins Gegenteil verkehrt. So problematisch die Volatilität der Konjunktur auch sein mag, Konjunktur determiniert das Wachstumsmuster einer Volkswirtschaft. Wer also dieses Wachstumsmuster verändern will, so Flassbecks Lehre aus der US-Entwicklung, der darf nicht auf strukturorientierte Angebotspolitik setzen, sondern muß willens und in der Lage sein, geld- und finanzpolitische Interventionen mit konjunktureller Orientierung vorzunehmen, wie dies in den USA in den 1990er Jahren modellhaft gelungen sei.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Der Autor
Dr. Heiner Flassbeck
Heiner Flassbeck

Senior Economic Advisor bei der UNCTAD, Genf.

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