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Monday, August 19, 2019
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Die
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Die "Landnahme"-These von Rosa Luxemburg – empirisch beobachtbar, aber theoretisch falsifiziert?

Zur Widerlegungspraxis einer Auffassung im Kontext des Problems ökonomischer Wachstumsmodellierung

41 Seiten · 6,75 EUR
(Juni 2017)

 
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Abstract:

Zur Landnahme-These von Rosa Luxemburg heißt es, sie sei ökonomietheoretisch widerlegt. Gleichzeitig wird aber immer wieder auf diese These Bezug genommen, wenn auch mit der Einschränkung, dies erfolge nur im "übertragenen" Sinne. Im Kern geht es bei der Landnahme-These um die Auffassung, ständige kapitalistische Expansion erfolge, weil bei erweiterter Akkumulation einer kapitalistischen Produktion ein Realisierungs- Defizit entsteht, weshalb diese Produktion auf "nichtkapitalistische Produktionsformen" angewiesen sei (Luxemburg). Dies ließe sich nach Rosa Luxemburg mittels des so gennannten Marxschen Reproduktion-Schemas zeigen. Ihre hauptsächlichen Widersacher, auf die man sich bis heute bezieht, haben hingegen entweder diametral dazu die Ansicht vertreten, dieses Schema zeige genau das Gegenteil, also den ungestörten Fortgang der erweiterten Reproduktion. Oder sie vertraten die Ansicht, mit dem Schema ließe sich das Realisierungsproblem lösen, ohne das es einer "Landnahme" bedarf.

Beide Gegenpositionen, so die hier vertretene These, sind nicht zutreffend. Während erstere mangels Durchdringung des Schemas entstand, wofür didaktische, editorische als auch soziologische Gründe verantwortlich sind, verweist zweitere auf die Problematik der Modellierungspraxis in der Ökonomie: Für Rosa Luxemburg war das Reproduktionsschema nur Demonstrationshilfe für das Problem der Wertrealisierung. Für ihre Widersacher hingegen war es ein "Modell", welches als Nachbildung von Praxis verstanden wurde, mit dem man bei entsprechender geänderter Modellierung das Problem der Wertrealisierung "lösen" könne.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Ökonomie! Welche Ökonomie?
Jakob Kapeller, Stephan Pühringer, Katrin Hirte, Walter O. Ötsch (Hg.):
Ökonomie! Welche Ökonomie?
the author
PD Dr. Katrin Hirte
Katrin Hirte

geb. 1964, ist Mitarbeiterin am Institute of comprehensive analysis of economy (ICAE) an der Universität Linz. Schwerpunkte: Wissenschaftsentwicklung, ökonomische Dogmenhistorie, Performativity, Diskurs- und Netzwerkforschung.

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