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Sonntag, 21. Oktober 2018
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Die Modernität der Industrie und die Ästhetisierung des Ökonomischen
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Die Modernität der Industrie und die Ästhetisierung des Ökonomischen

Diskursgeschichtliche Anmerkungen zu einer aktuellen Debatte

19 Seiten · 3,13 EUR
(Oktober 2012)

 
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Aus der Einleitung:

In den letzten Jahren sind ökonomische und industriepolitische Problemfelder verstärkt aus einer spezifisch kultur- und ideengeschichtlichen Perspektive analysiert worden. Entsprechende Studien, genannt seien hier nur Publikationen von Jochen Hörisch, Joseph Vogl und David Graeber, können einerseits an bestehende kulturwissenschaftliche Traditionen anknüpfen, die mindestens von Georg Simmels Philosophie des Geldes her abzuleiten wären, andererseits liegt eine diskurs- und ideengeschichtliche Perspektivierung ökonomischer Entwicklungstendenzen gewissermaßen in der Natur der Sache. Kulturwissenschaft zu betreiben, bedeutet nichts anderes, als für die Analyse der symbolischen Ordnung zuständig zu sein, und so liegt es sehr nahe, den hochgradig von symbolischer Interaktion und der Kraft des Imaginären geprägten ökonomischen Sektor als Objektfeld aufzuarbeiten. Ein besonderes Interesse des Kulturwissenschaftlers an industriepolitischen Debatten kann schon allein dadurch erregt werden, dass zu beobachten ist, wie viele Schlüsselbegriffe innerhalb der ökonomischen Diskussion komplexe ästhetische und geschichtsphilosophische Ursprünge haben. Generell ist zu erkennen, dass zahlreiche wirtschafts- und technologiepolitische Zuschreibungen gleichsam verborgene, geschichtsmetaphysische Kernbestände mit sich tragen. Ab wann und aus welcher Perspektive kann man etwa behaupten, dass bestimmte ökonomische Sektoren "Old-Economy" seien? Wenn von der Wissens- und Informationsgesellschaft die Rede ist, gilt dann nicht auch, dass für den größten Bereich herkömmlicher industrieller Produktion Wissen und Information zentrale Produktions- und Innovationsfaktoren darstellen? Und nach welchen Kriterien ließe sich ein Modernitätsgefälle zwischen unterschiedlichen Wirtschafts- und Produktionszweigen genauer bestimmen? Die folgenden Anmerkungen wollen die Debatte um die Modernität der Industrie in den Kontext der seit den 1970er Jahren beginnenden Dematerialisierungskonzepte stellen und die Bedeutung solcher vornehmlich ästhetisch geprägter Fachbegriffe für ökonomisches Handeln zu Beginn des 21. Jahrhunderts nachzeichnen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die Modernität der Industrie
Birger P. Priddat, Klaus-W. West (Hg.):
Die Modernität der Industrie
Der Autor
Dirk Matejovski
Dirk Matejovski

Jahrgang 1959, ist seit dem Jahr 2008 Professor am Institut für Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf. Von 1994 bis 2008 war er Geschäftsführer des Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. Geschichte und Theorie der Medien, Kultursemiotik und Ästhetik.