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Sonntag, 23. September 2018
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Die Rolle der Wissenschaft muss in der Politikberatung klar erkennbar sein
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Die Rolle der Wissenschaft muss in der Politikberatung klar erkennbar sein

Ein Diskussionsbeitrag, der auch die Opposition nicht vergisst

23 Seiten · 3,91 EUR
(Juni 2005)

 
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Aus der Einleitung des Beitrags:

Einen wichtigen Teil der Übersetzung der „wissenschaftlichen Sprache“ in die „politische Sprache“ nennt man „wissenschaftliche Politikberatung“. Wenn man über diese nachdenkt, dann ist es freilich notwendig, auch auf nicht-wissenschaftliche Politikberatung einzugehen. Denn die faktisch stattfindende Beratung der Politik hat keineswegs immer etwas mit Wissenschaft zu tun. Das ist auch kein Problem; im Gegenteil: die nicht-wissenschaftliche Politikberatung ist unverzichtbar. Aber es gehört zum viel zitierten „Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik“, dass die Wissenschaft und die Politik erkennen, wo die Kompetenz der Wissenschaft in der praktischen Politikberatung beginnt und endet.

Bei den relevanten Abgrenzungen ist – wie gezeigt werden wird – die Wissenschaft als „System“ gefordert, da es dem einzelnen Wissenschaftler schwer fällt, die Grenze zu ziehen und die Politik diese Grenzziehung schon gar nicht leisten kann. Als Politikberater muss der Wissenschaftler die Linie zwischen wissenschaftlicher und nicht-wissenschaftlicher Beratung sogar – im Interesse einer effektiven Beratung – oft überschreiten. Wenn wissenschaftliche Politikberatung erfolgreich sein will, muss es gezielt Wissenschaftlern möglich gemacht werden, ohne Reputationsverluste gewärtigen zu müssen, die Grenze zwischen Wissenschaft und politischer Entscheidung zu überwinden. Dabei ist nicht nur die Beratung der Regierung sicherzustellen – sondern auch die für die Opposition.

Der Leser darf von Folgendem nicht zuviel erwarten. Bei diesem Beitrag handelt es sich ohne Zweifel um einen – im Sinne der untenstehenden Diskussion – feuilletonistischen Beitrag und keinesfalls um die Vermittlung von empirisch bestätigten und vielfach geprüften Erkenntnissen. Leider liegen derartige Arbeiten für das hier behandelte Themenfeld nur vereinzelt vor. Dieser Beitrag beginnt in Abschnitt 1 mit einer Abgrenzung von „empirisch gesättigter Wissenschaft“ (im Sinne des kritischen Rationalismus) einerseits und „Orientierungswissenschaft“ andererseits. In Abschnitt 2 werden verschiedene Arten und Formen der wissenschaftlichen Politikberatung kurz dargestellt. In Abschnitt 3 werden die Bedürfnisse der Politik nach (wissenschaftlicher) Beratung diskutiert. Dabei wird sich zeigen, dass empirisch gesättigte Wissenschaft für die Beratung von Entscheidungsträgern oft nicht ausreicht, da diese auch „Orientierungswissen“ – und darüber hinaus praktische Ratschläge – erwerben wollen. Umso wichtiger ist es, dass Politik – und Öffentlichkeit – empirisch gesättigte Wissenschaft von „Orientierungswissenschaft“ und „guten Ratschlägen“ unterscheiden (können). Diese Entscheidung fällt oft schwer und führt zur Verwirrung. Um die Unterscheidung zu erleichtern werden in Abschnitt 4 einige Thesen präsentiert. In Abschnitt 5 werden dann Möglichkeiten diskutiert, wie die unterschiedlichen Formen von Beratung im Interesse von Politikern zusammenkommen können. Dabei wird explizit auch auf die Opposition eingegangen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Agendasetting und Reformpolitik
Dominik Haubner, Erika Mezger, Hermann Schwengel (Hg.):
Agendasetting und Reformpolitik
Der Autor
Prof. Dr. Gert G. Wagner
Gert G. Wagner

Lehrstuhlinhaber für Volkswirtschaftslehre an der TU Berlin und Mitglied im Wissenschaftsrat; Vorsitzender des Rats für Sozial- und Wirtschaftsdaten und der Kammer für soziale Ordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

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