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Die Wachstumsspirale in der Krise - Ansätze zu einer nachhaltigen Entwicklung
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Die Wachstumsspirale in der Krise - Ansätze zu einer nachhaltigen Entwicklung

18 Seiten · 3,70 EUR
(Juni 2011)

 
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Aus der Einleitung:

Unsere ganze Wirtschaft ist auf Wachstum angelegt. Sie entwickelt sich in einer Wachstumsspirale. Sie untersteht einem Wachstumszwang und zusätzlich einem Wachstumsdrang. Wachstumszwang heißt, dass die Alternative zum Wachstum genauer: zu einem minimalen Wachstum Schrumpfung ist. In jüngster Zeit hat sich die Wachstumsspirale sozusagen überschlagen. Sie ist ausgeufert und hat sich zu einer Finanzblase entwickelt. Diese ist geplatzt: Daraus ist eine Finanzkrise entstanden, welche in eine Wirtschaftskrise ausgeartet ist. Aufgrund plausibler Annahmen über die relevanten Größen schätze ich in meinem Buch ?Die Wachstumsspirale? (Binswanger 2006), dass die globale minimale Wachstumsrate, die nötig ist, um die Marktwirtschaft funktionsfähig zu erhalten, ca. 1,8% beträgt. Die effektive globale Wachstumsrate war im letzten Jahrzehnt ca. 5%. Aufgrund der Wirtschaftskrise gab es vorübergehend einen starken Einbruch. Wenn die vielen Unterstützungsmaßnahmen der Zentralbanken und der Regierungen helfen, um die Krise zu überwinden, führt dies zwar zu einer neuen Belebung des Wirtschaftswachstums, aber, wenn nicht grundsätzliche Reformen erfolgen, auch bald wieder zu neuen Krisenerscheinungen, zur Bildung neuer Blasen und/oder zur Inflation. ... Was ist zu tun? Wir sollten ein nachhaltiges Wachstum anstreben. Was heißt das? Ein nachhaltiges Wachstum ist kein Null-Wachstum, aber ein wesentlich geringeres Wachstum. Es sollte zwei Kriterien erfüllen: Es muss sowohl ökonomisch stabiler als auch stärker ökologisch ausgerichtet sein. Das heißt, es sollte nicht stets in neue Finanz- und Wirtschaftskrisen ausarten; es sollte nur noch so hoch sein, dass die Maßnahmen zur Erhöhung der Ressourceneffizienz pro Produktionseinheit und die Maßnahmen zum Umweltschutz nicht ständig durch Steigerung der Produktions- und der Abfall- bzw. Emissionsmengen überholt werden. Um dies zu erreichen, muss der Wachstumszwang und der Wachstumsdrang reduziert werden. Beides sollte im Prinzip möglich sein, allerdings nur, wenn man etwas gründlicher über unsere Wirtschaftsweise nachdenkt als die Ökonomen dies heute gewohnt sind. Ohne ein Umdenken kann die Ökonomik kein Wegweiser sein für eine Umstrukturierung der Wirtschaft im Sinne eines nachhaltigen Wachstums. Zu einem solchen Umdenken möchte ich einige Hinweise geben.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Institutionen ökologischer Nachhaltigkeit
the author
Prof. Dr. Hans Christoph Binswanger
Hans Christoph Binswanger

(1929-2018), lehrte von 1969 bis zu seiner Emeritierung 1994 Volkswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen. Zu seinen Schwerpunkten zählen Umwelt- und Ressourcenökonomie, Geldtheorie und ökonomische Theoriegeschichte. Er entwickelte die Idee der ökologischen Steuerreform und profiliert sich seit den 60er Jahren als Wachstumskritiker. In seinen Arbeiten hat Binswanger die Grenzen der eigenen Disziplin immer wieder überschritten und ist dadurch auch einem breiteren Publikum bekannt geworden.

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