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Freitag, 19. Oktober 2018
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Die wirtschaftspolitische Problematik der Lohnquote
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Die wirtschaftspolitische Problematik der Lohnquote

24 Seiten · 3,70 EUR
(Juli 2008)

 
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Aus der Einleitung:

Die Lohnquote ist kein geeignetes Maß zur Bewertung der Verteilungssituation in einer Volkswirtschaft. Damit ist sie auch nur mit Einschränkungen als wirtschaftspolitische Orientierungsgröße geeignet. Für verteilungs- und wirtschaftspolitische Analysen ist vielmehr die personelle Einkommensverteilung heranzuziehen. Dabei werden die Einkommenspositionen der einzelnen Individuen oder Haushalte vor und nach allen Umverteilungsmaßnahmen durch Steuern und Transfers sichtbar.

Die Lohnquote beschreibt eine Verteilungssituation, die mehr oder weniger einem überalterten Denken in den Kategorien Arbeit auf der einen Seite und Kapital auf der anderen Seite entspricht. Dabei werden zum einen der volkswirtschaftliche Produktionsprozess und die damit einhergehenden Einkommen auf zwei Produktionsfaktoren reduziert. Dies entspricht nicht mehr den theoretischen Erkenntnissen über Wachstumsprozesse in modernen Volkswirtschaften. Zum anderen bezieht sich der Arbeitsbegriff, der sich in der Lohnquote niederschlägt, nur auf die abhängig beschäftigten Arbeitnehmer. Damit wird die wirtschaftspolitische Aussagekraft insofern eingeschränkt, weil die Lohnquote infolge einer wachsenden Querverteilung – private Haushalte erzielen in wachsendem Ausmaß Vermögenseinkommen – und veränderter Erwerbsformen – Selbstständigkeit und Individualisierung – nicht die Einkommensposition des „Produktionsfaktors Arbeit“ beschreibt. Außerdem zeigt sich, dass die wirtschaftspolitische Aussagekraft der Lohnquote durch vielfältige Interpretationsspielräume eingeschränkt ist. Dabei ist in erster Linie auf die Wechselseitigkeit von Lohnpolitik, Beschäftigung und Lohnquote hinzuweisen. Die Lohnquote hat allenfalls im Zusammenhang mit der Beschäftigungsentwicklung eine gewisse Aussagekraft. So kann einerseits eine stabile Lohnquote bei übermäßigen Lohnsteigerungen zustande kommen. Der volkswirtschaftliche Preis dafür liegt dann in einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Andererseits kann eine rückläufige Lohnquote in Zeiten technischer Neuerungen nicht als eine soziale Schieflage interpretiert werden, wenn dies mit einem Zuwachs an Erwerbstätigkeit und einem Rückgang an Arbeitslosigkeit verbunden ist.


zitierfähiger Aufsatz aus ...