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Effizienz versus Gerechtigkeit - Tragweite und Folgen der Annahme eines Trade-offs
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Effizienz versus Gerechtigkeit - Tragweite und Folgen der Annahme eines Trade-offs

22 Seiten · 3,60 EUR
(31. Januar 2007)

 
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Aus der Einleitung:

... Hier haben wir drei Beispiele für Konflikte zwischen Gerechtigkeit und Effizienz und drei Beispiele für typische politische Lösungen dieser Konflikte. Diese Formen des Trade-offs zwischen Effizienz und Gerechtigkeit sind in der Realität allgegenwärtig, und sie werden fast immer auf die beschriebene Art und Weise gelöst. Die eine Möglichkeit liegt darin, dass man bestimmte Personen oder Bereiche von einer Abgabe ausnimmt beziehungsweise subventioniert, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Die zweite Möglichkeit liegt darin, dass man mit Hilfe von Gesetzen Pflichten und Lasten unterschiedlich verteilt. Die dritte Möglichkeit schließlich liegt darin, dass man Höchst- oder Mindestpreise als nicht-markträumende Festpreise vorschreibt.

Die allgemeine Schlussfolgerung aus diesen Praxiserfahrungen lautet, dass man Einbußen in der Effizienz hinnehmen müsse, wenn man gerechtere gesellschaftliche Zustände herbeiführen möchte. Das Herstellen von Gerechtigkeit schädige also die Effizienz. Es bestehe folglich ein Trade-off zwischen Effizienz und Gerechtigkeit.

Eine Form dieser Schlussfolgerung ist die Behauptung, dass es in der Realität überhaupt keine Verbesserungen gibt, die gleichzeitig gerecht und effizient sind. Folglich muss man akzeptieren, dass es bei der Verbesserung von Effizienz Gewinner und Verlierer gibt, sollte aber der Effizienz den Vorrang geben und die Herstellung von Gerechtigkeit auf die Zuständigkeiten des Finanz- und Sozialministeriums verweisen, wo sie dann auch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag in Referentenentwürfen verstaubt. Eine andere Form dieser Schlussfolgerung lautet, dass effizienzsteigernde Maßnahmen von den Gesellschaftsmitgliedern nicht akzeptiert werden, wenn sie nicht auch in gewissem Maße gerecht sind. Dies bedeutet, dass Effizienzsteigerungen gesellschaftlich und politisch nur dann realisiert werden können, wenn sie zusätzlich als gerecht anerkannt werden. Die Konsequenz hieraus ist der aus der politischen und gesellschaftlichen Praxis nur zu gut bekannte Kompromiss. Man nimmt Personengruppen oder Branchen von Belastungen aus, vergibt Subventionen, verteilt mit Hilfe von Gesetzen die Lasten unterschiedlich oder setzt Festpreise.

Ist die allgemeine Schlussfolgerung aus den Praxiserfahrungen aber korrekt? Gibt es einen unvermeidbaren Trade-off zwischen Effizienz und Gerechtigkeit, d.h. ist eine Effizienzsteigerung immer mit einem Verlust an Gerechtigkeit verbunden, und geht eine Erhöhung der Gerechtigkeit immer zu Lasten der Effizienz? Mit dieser Frage beschäftigt sich der vorliegende Beitrag. Zunächst werde ich die Begriffe Gerechtigkeit und Effizienz definieren. Dann werde ich auf mögliche Trade-offs zwischen Gerechtigkeit und Effizienz eingehen. Schließlich möchte ich einen Vorschlag machen, wie dieser Trade-off gemildert werden kann.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Gerechtigkeit als Voraussetzung für effizientes Wirtschaften
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Gerechtigkeit als Voraussetzung für effizientes Wirtschaften
the author
Prof. Dr. Peter Weise
Peter Weise

Peter Weise ist Professor emeritus für Wirtschaftswissenschaften mit sozialwissenschaftlicher Ausrichtung an der Universität Kassel, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften.

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