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Emotionen bestimmen wirtschaftliches Handeln
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Emotionen bestimmen wirtschaftliches Handeln

Experimentelle Befunde

26 Seiten · 4,08 EUR
(26. August 2006)

 
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Aus der Zusammenfassung:

Die Experimente zeigen, dass Emotionen und Stimmungen einen erheblichen Einfluss auf das wirtschaftliche Verhalten haben können. Die Befunde des Power-to-take Experiments (Bosman/van Winden) legen nahe, dass negative Emotionen eng mit nicht erfüllten Erwartungen verbunden sind. Ein sich daraus ergebender emotionaler hazard kann zu nicht unerheblichen Effizienzverlusten führen. Das Experiment von Kirchsteiger et al. (2000) zeigt, dass emotionales Verhalten nicht notwendig zu Ineffizienzen führt. Vielmehr spielt die Art der erlebten Emotion und Stimmung (positiv/negativ) eine entscheidende Rolle dabei, ob es zu Effizienzverbesserungen oder -verschlechterungen kommt. Ein von Ökonominnen und Ökonomen in diesem Zusammenhang gerne vorgetragenes Argument ist, dass Emotionen zwar wirtschaftliches Verhalten beeinflussen können, dies jedoch aus Sicht der Ökonomik von untergeordneter Relevanz sei, da effizienzminderndes Verhalten sich unter Konkurrenzbedingungen nicht durchsetzen könne. Gerade das Experiment von Kirchsteiger et al. (2000) lässt jedoch sehr schön erkennen, dass Emotionen in Situationen mit unvollständigen Verträgen effizienzsteigernd wirken können und daher aus dieser Sicht per se kein Grund zur Annahme besteht, dass emotional induziertes Verhalten im Laufe der Zeit erodiert. Darüber hinaus zeigt das Experiment von Bosman/Riedl, dass selbst unter den scharfen Konkurrenzbedingungen einer Auktion negative Emotionen das Verhalten der ökonomischen Akteure – im konkreten Fall die Neigung Risiken einzugehen – erheblich beeinflussen.

Ein weiteres für die Ökonomik wichtiges Ergebnis ist die in den Experimenten beobachtete inter-temporale Instabilität der Präferenzen. Die üblichen Modelle individuellen Entscheidungsverhaltens beruhen im Wesentlichen alle auf der Grundannahme stabiler Präferenzen. Die Befunde zur Instabilität von Präferenzen werden daher zu neuen Modellen der ökonomischen Entscheidungsfindung führen müssen.

Die vorgestellten Experimente können natürlich nur wenige Aspekte der für die Ökonomik wichtigen Bedeutungen von Emotionen aufzeigen. Insbesondere der von Damasio eindrucksvoll vorgetragene Zusammenhang zwischen Kognition, Rationalität und Emotion ist hier von herausragender Bedeutung. Damasio und andere Neurologen bringen überzeugende Evidenz dafür, dass Menschen ohne Emotionen überhaupt nicht handlungsfähig sind.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Experimente in der Ökonomik
Martin Held, Gisela Kubon-Gilke, Richard Sturn (Hg.):
Experimente in der Ökonomik
the author
Prof. Dr. Arno Riedl
Arno Riedl

Assistant Professor an der Universität Amsterdam und am Center for Research in Experimental Economics and Political Decision Making (CREED).