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Entscheidungen über Symbole
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Entscheidungen über Symbole

Was die Ökonomie von der Neurowissenschaft nicht lernen kann

21 Seiten · 4,68 EUR
(September 2007)

 
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Aus der Einleitung:

Das Verhältnis von Geist und Körper ist ein Dauerthema (mindestens) der abendländischen Philosophie, das die moderne Wissenschaft von ihr geerbt hat. Für den Großteil der Philosophie stand spätestens seit Descartes fest, dass es einen wesentlichen (ontologischen) Unterschied zwischen den beiden Substanzen (bzw. Modi der einen Substanz) Materie und Denken gibt, der kausale Übersprünge verhindert. Das Problematische an dieser kategorialen Einteilung der Welt konnten die Philosophen gleichwohl am eigenen Leib erfahren: Wie kann es dann sein, dass der menschliche Körper auf Gedanken reagiert? Man benötigte eine höhere, d.h. höchste theoretische Ebene, um eine Vereinigung des prinzipiell Getrennten zu bewerkstelligen. Es traf sich gut, dass man den antiken Substanzgedanken gut monotheistisch reinterpretieren konnte: Descartes z.B. ließ jedesmal ein göttliches Wunder geschehen, wenn sein Gedanke, den Arm zu heben, tatsächlich seinen materiellen Arm anhob. Spinoza probierte es mit einer etwas eleganteren Spiegelungstheorie, wonach sich die eine (göttliche) Substanz parallel in verschiedenen Modi manifestierte, von denen wir nur zwei (Denken, Ausdehnung) wahrnehmen können, etc.

Mit der Verdrängung von Gottestheorien aus der modernen Wissenschaft und dem beeindruckenden Fortschritt der Naturwissenschaft (allen voran der Physik) kam eine alternative Auflösung des Problems ins Spiel, die den Scholastikern wohl nie ernsthaft in den Sinn gekommen wäre: Wenn Geist und Körper doch im kausalen Verhältnis stehen, könnte alles Geistige materiell erklärt werden. Mit der Materie liegt ja schon eine objektive, vereinende Erklärungsebene vor, sodass eine göttliche überflüssig wird und die denkende zu einer bloßen Erscheinungsform des Materiellen reduziert werden kann. Aus dem philosophischen Problem ist ein methodischer (und eigentlich erkenntnistheoretischer) Streit zwischen wissenschaftlichen Disziplinen entsprungen. Denn nun wehren sich Gesellschaftswissenschaftler (wenn auch nicht alle) gegen eine solche Vereinnahmung ihres Gegenstandes durch die Naturwissenschaften und deren materielle Kategorien.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Neuroökonomie
Birger P. Priddat (Hg.):
Neuroökonomie
the author
Dr. Alihan Kabalak
Alihan Kabalak

geb. 1975, Post-Doc am Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften, Leipzig. Er studierte Wirtschaftswissenschaften in Hannover, es folgten Assistententätigkeiten an der Zeppelin Universität / Friedrichshafen und an der Universität Witten/Herdecke. Seine Forschungsschwerpunkte sind Institutionenökonomie, Handlungs- und Entscheidungstheorie, Neue Politische Ökonomie und Evolutorische Ökonomie.

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