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Entwicklungstendenzen der personellen Einkommensverteilung in Deutschland
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Entwicklungstendenzen der personellen Einkommensverteilung in Deutschland

22 Seiten · 4,45 EUR
(29. Mai 2006)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Irene Becker beleuchtet in ihrem Beitrag die Entwicklungstendenzen der personellen Einkommensverteilung in Deutschland seit Anfang der 70er Jahre. Zusammenfassend kommt sie zu dem Ergebnis, dass in diesem Zeitraum ein Trend mäßig zunehmender Ungleichheit der personellen Einkommensverteilung zu beobachten ist. Dies gelte sowohl auf der Primäreinkommensebene als auch auf der Sekundäreinkommensebene.

Die Ungleichheit der Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit habe sich – gemessen am Gini-Koeffizienten – in Westdeutschland zwischen 1973 und 2003 um etwa 16%, in Ostdeutschland von 1993 bis 2003 um knapp 13% erhöht. Auf der Ebene der Marktäquivalenzeinkommen sei der westdeutsche Indikatorwert sogar um etwa ein Fünftel gestiegen. Die Entwicklung der Verteilung der verfügbaren Äquivalenzeinkommen schlage sich in Westdeutschland insbesondere in einer Zunahme der Quote relativer Einkommensarmut nieder. Demgegenüber habe sich die Armutsquote in Ostdeutschland in den 90er Jahren von hohem Niveau aus vermindert, wenn auf eine gesamtdeutsche Armutsgrenze Bezug genommen werde. Arbeitnehmer seien trotz eines hohen Anteils von Niedriglohnbeziehern von relativer Einkommensarmut in unterdurchschnittlichem Maß betroffen; denn weitere Einkommen im Haushaltskontext und das Abgaben- und Transfersystem wirkten tendenziell ausgleichend. Aus der langen Zeitreihe für Westdeutschland ergebe sich schließlich der Eindruck, dass die Verteilungsentwicklung nicht unabhängig von gesamtwirtschaftlichen Bedingungen sei, dass dieser Einfluss aber von weiteren Konstellationen überlagert bzw. dominiert werde. Wachstumseinbrüche gingen zwar mit einer Zunahme der Ungleichheit einher; dies werde in Erholungsphasen aber nicht revidiert, so dass sich die Ungleichheitsindikatoren ähnlich wie die Arbeitslosenquote über die Zyklen hinweg allmählich nach oben bewegt hätten. Möglicherweise seien Machtverschiebungen am Arbeitsmarkt zu Lasten der Arbeitnehmer und ein genereller, über Parteigrenzen hinweg erfolgter Paradigmenwechsel zu einer angebotsorientierten Politik und zu einem formalen Gerechtigkeitsbegriff für die Verteilungsentwicklung maßgeblicher als die Konjunktur.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Löhne, Beschäftigung, Verteilung und Wachstum
Eckhard Hein, Arne Heise, Achim Truger (Hg.):
Löhne, Beschäftigung, Verteilung und Wachstum
the author
Dr. Irene Becker
Irene Becker

Empirische Verteilungsforschung, Riedstadt. Ko-Autorin von Expertisen zur Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung.

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