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Erforschung der Welt und Befreiung des Geistes
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Erforschung der Welt und Befreiung des Geistes

Wie gestalten wir Universität im 21. Jahrhundert? Eine Skizze

19 Seiten · 3,60 EUR
(16. Juni 2016)

 
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Aus der Einleitung:

Die mit Berufung auf die «Bologna»-Erklärung vorangetriebene Ablösung der humboldtschen Universität trifft sie ins Mark. War deren Kern Wissenschaft als zweckfreie Forschung und als Lehre, die in der Ausprägung eines Forscherhabitus ihr Fundament und ihren Sinn hatte, so wird gerade dies beseitigt. Anstelle der humboldtschen hat die Universität eine Ausrichtung erhalten, die einem abstrakten Modell von Dienstleistung folgt – sei es als gleichheitsorientierter Bereitstellung von Bildungsgütern, sei es als ökonomisch formierter Belieferung von Kunden mit Wissen und Bereitstellung von Zertifikaten für den Markt der Wissensarbeiter. Auch wenn diese Umgestaltung sich gegen ein vielfach artikuliertes und sich vermehrt artikulierendes Unbehagen vollzieht, so speist sich die Kritik daran doch einerseits aus einem nostalgischen Verhaftetsein an eben dem humboldtschen Modell, andererseits aus einer antikapitalistischen Verve. Diesem Unbehagen aber liegt selten ein positiver Entwurf zugrunde, der eine Weiterentwicklung der humboldtschen Universität darstellen könnte (vgl. als bedeutende Ausnahme Morkel 2000); nur da und dort lässt sich ex negativo ein Verständnis von professionalisierter Forschung und Lehre herausdestillieren. Die fehlende Kollegialität verhindert zugleich den Entwurf eines solchen Modells aus der Universität heraus, wie sie einen Widerstand gegen die Technokratisierung allenfalls als ethische Sonderleistung von Individuen aufkommen lässt. Selbst die Kritiker, die schon früh die Probleme der «Bologna»-Reform gesehen haben, oder die sie wenigstens jetzt, nach deren zeit- und geldverschlingender Einführung sehen, haben den wenigen Verfechtern der Reform nichts entgegenzusetzen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die Aufgabe der Bildung
Philip Kovce, Birger P. Priddat (Hg.):
Die Aufgabe der Bildung
the authors
Prof. Dr. phil. Sascha Liebermann
Sascha Liebermann

Professor für Soziologie an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter. Studium der Philosophie, Soziologie und Psychoanalyse an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, Promotion durch den Fachbereich Gesellschaftswissenschaften in Soziologie daselbst. Verschiedene Veröffentlichungen gemeinsam mit Thomas Loer zu den Hochschulreformen der letzten zehn Jahre.

Dr. phil. Thomas Loer
Thomas Loer

habilitierter Soziologe, freiberuflich tätig (Praxis für Klinische Soziologie – Soziologische Problemanalyse und Beratung), Gastdozent an der Universität Witten/Herdecke, Lehrbeauftragter an der International Psychoanalytic University (Berlin). Studium der Philosophie, Soziologie, Germanistik, Pädagogik und Kunstgeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, Promotion durch den dortigen Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Habilitation an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Dortmund (jetzt TU).