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Samstag, 15. Dezember 2018
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Ethik des Verzichts
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Ethik des Verzichts

Einige Bemerkungen aus ökonomischer Sicht

27 Seiten · 5,72 EUR
(Oktober 2014)

 
Ich bin mit den AGB, insbesondere Punkt 10 (ausschließlich private Nutzung, keine Weitergabe an Dritte), einverstanden und erkenne an, dass meine Bestellung nicht widerrufen werden kann.
 
 

Aus der Einleitung:

Seit geraumer Zeit habe ich die Gelegenheit, in kirchlichen Bildungseinrichtungen Vorträge über die Bereiche „Liberalismus“, „Wirtschaftswachstum“, „Klimawandel“ sowie „Euro- und Staatschuldenkrise“ zu halten. In der Diskussion im Anschluss an solche Vorträge wie auch im privaten Gespräch begegnen mir häufig Äußerungen wie: „Ich verzichte auf ein Auto“, man muss „achtsam miteinander umgehen“ oder „ich brauche nicht viel“. Wenig später hört man jedoch Klagen, Appelle oder auch Vorwürfe, dass kaum einer bereit ist, mal eilige Fahrdienste für den „Autoverzichter“ zu leisten, dass „achtsam“ so lange o.k. ist, solange man die Meinung des anderen teilt, und wenn ich schon nicht viel brauche, dann brauchst Du/ brauchen Sie auch nicht viel. Und überhaupt, wer auch nur vage einwendet, dass wirtschaftliches Wachstum auch etwas Gutes habe, dass Politiker und manche Publizisten den Neoliberalismus bewusst oder aus Unkenntnis zu Unrecht für Fehlentwicklungen haftbar machen und dass man etliche Maßnahmen, die im Namen des Klimawandels und des Umweltschutzes empfohlen oder schon umgesetzt werden, kritisch hinterfragen kann, der darf – gelinde gesagt – nicht mit christlicher Nächstenliebe rechnen.

Mich beschleicht daher zunehmend der Verdacht, dass das hehre Wort vom „Verzicht“ letztlich die pathetisch aufpolierte Seite des Neides ist.

Indessen beurteilen auch Wissenschaftler den Fortschritt kontrovers. So gab Barbara Zehnpfennig zu Protokoll, dass „Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik … uns in menschlicher Hinsicht nicht weitergebracht (hat)“, während Ludger Wößmann erklärt: „Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik lässt es der Menschheit unter dem Strich unglaublich viel besser gehen – aber das wollen wir zumeist nicht wahr haben.“

Ich bin geneigt, Wößmann beizupflichten. Dazu habe ich eine eigene Erfahrung, aber darüber hinaus möchte ich folgende Aspekte unterstreichen): Noch 1990 lebten 50% der Erdbevölkerung in bitterer Armut, heute sind es nur noch 22%. Der CO2- Ausstoß betrug je Kopf der Bevölkerung 2011 in den USA 17 Tonnen, in Deutschland 9 Tonnen und in China nur 6,8 Tonnen. Neben der unterschiedlichen Produktversorgung spiegelt sich darin allerdings auch schondie Umsetzung eines Teils neuerer Techniken wider. Und immerhin ist es auch mit Einsatz von Technik gelungen, die weltweite Analphabetenquote auf 20% (!) zu drücken. In Europa hält sich freilich hartnäckig die Meinung, es seien 60%, die weder lesen noch schreiben können.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Dogma und Evolution
Jörg Dötsch (Hg.):
Dogma und Evolution
Der Autor
Prof. Dr. Siegfried F. Franke
Siegfried F. Franke

leitet seit 1991 die interdisziplinär angelegte Abteilung für Wirtschaftspolitik und Öffentliches Recht, Universität Stuttgart.

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