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Samstag, 21. Juli 2018
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Evolutorische Ökonomik
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Evolutorische Ökonomik

10 Seiten · 2,29 EUR
(September 2006)

 
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Aus der Einleitung:

Es wird bei einem direkten Theorien- oder Modellvergleich zwischen alten und neuen Ansätzen offensichtlich mit ungleichen Waffen gekämpft. Auf der einen Seite stehen die herkömmlichen Ansätze der ökonomischen Analyse mit relativ präzisen Resultaten. Sie treffen zwar stets nur für stilisierte und konstruierte Problemstellungen zu – unter den entsprechenden „Annahmen“ eben –, aber durch ihre Einbettung in die bestehende Theorie sowie ihre systematische Herleitung, Überprüfbarkeit und Kommunizierbarkeit genügen sie zweifelsohne wissenschaftlichen Standards. Auf der anderen Seite stehen neue alternative Ansätze, die sich zum Teil schon in der Auswahl ihrer Fragestellungen von der herkömmlichen Theorie unterscheiden und problemorientiert anstatt theoriemotiviert oder methodengetrieben vorgehen.

Dies aber in der Regel zum Preis weniger scharfer Resultate – wie man meinen sollte. Dabei ist interessant zu beobachten, dass letzteres keineswegs immer zutrifft, da gerade die am stärksten formalisierten Modelle des Mainstreams der Gleichgewichts- und Spieltheorie eine inhärente Indeterminiertheit und damit eine Strukturlosigkeit aufweisen, die auch nicht durch weitere axiomatische Annahmen geheilt werden kann. Alternative Ansätze vermögen diese spezifischen Komplikationen natürlich auch nicht zu lösen, bieten aber die Chance, sie durch eine Verschiebung der Fragestellung und durch einen verhaltensnäheren Analysezugang obsolet werden zu lassen.

So erscheint es nach diesen Überlegungen als nicht ungerechtfertigt, einem sich in Entwicklung befindenden neuen Theorieansatz den Status einer infant industry zuzubilligen und die Bewährungsprobe im Wettbewerb mit den etablierten Ansätzen zu Anfang vorübergehend zurückhaltend zu gestalten. Als inhaltlich geschlossener, monolithischer Theorieblock ist ein alternativer Theorieansatz in Konkurrenz zur Mainstream Ökonomik ohnehin nicht denkbar. ... Ein Perspektivenwechsel der analytischen Herangehensweise in den Wirtschaftswissenschaften, der eine andere Schwerpunktsetzung bei den untersuchten Fragestellungen und den Erkenntniszielen sowie eine entsprechende problemadäquate Auswahl akzeptierter „Grundüberzeugungen“ und formaler Analysemethoden bedeutet, erscheint aber nach dem Gesagten durchaus vorstellbar und wünschenswert.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die Scheuklappen der Wirtschaftswissenschaft
Thomas Dürmeier, Tanja v. Egan-Krieger, Helge Peukert (Hg.):
Die Scheuklappen der Wirtschaftswissenschaft
Der Autor
Prof. Dr. habil. Marco Lehmann-Waffenschmidt
Marco Lehmann-Waffenschmidt

Inhaber der Professur für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Managerial Economics an der TU Dresden.

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