sprache deutsch
sprache english
» Zum Merkzettel
0 Artikel
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


Friday, September 20, 2019
 Startseite
Faserernte- und Faseraufschlusstechnologien für Flachs und Hanf
Downloadgröße:
ca. 340 kb

Faserernte- und Faseraufschlusstechnologien für Flachs und Hanf

36 Seiten · 5,35 EUR
(Januar 2008)

 
Ich bin mit den AGB, insbesondere Punkt 10 (ausschließlich private Nutzung, keine Weitergabe an Dritte), einverstanden und erkenne an, dass meine Bestellung nicht widerrufen werden kann.
 
 

Aus der Einleitung:

Neben dem seit Jahrhunderten in Europa, insbesondere auch in Sachsen sowie angrenzenden Regionen erfolgenden Flachsanbau ist in Deutschland seit 1996 auch wieder die landwirtschaftliche Erzeugung von Faserhanf unter Auflagen gestattet. Trotz einer Vielzahl von öffentlich und privatwirtschaftlich geförderten Initiativen ist es bisher jedoch nicht gelungen, mit Bastfaserrohstoffen eine dauerhafte Wertschöpfungskette zu etablieren. Dafür sind einerseits die erzielbaren Preise, die Gestehungskosten der Landwirte sowie die Kosten der Erstverarbeitung (Faseraufschluss) und andererseits die Qualitäten der erzeugten Produkte bestimmend. Definierte Ziele für die Faserqualität und weitere Kostensenkungen durch die technische und ökonomische Optimierung der Verfahrenskette von der Ernte über die Feldaufbereitung einschließlich der Prozesse des Transports und der Zwischenlagerung bis hin zur Verarbeitung zu textilen oder technischen „Rohfasern“ bleiben daher Schwerpunkte für die Faser-Wirtschaft. Eine entscheidende Voraussetzung für die technische Nutzung von Bastfasern in modernen Produktionsverfahren ist ferner eine hohe Liefersicherheit. Erfolge in diesen Punkten sind eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass nicht (nur) importierter sondern (auch) „vor Ort“ angebauter Hanf künftig zur Anwendung gelangen kann. Entscheidenden Einfluss hat auch die Entwicklung der insbesondere durch die Politik und die Weltmärkte geprägten Rahmenbedingungen. Nach der Reform der gemeinsamen Marktordnung für Flachs und Hanf im Jahr 2000 sowie danach der gesamten CAP (Common Agricultural Policy) der Europäischen Union haben sich die durch frucht- und flächenspezifische Fördermaßnahmen unterstützten Einkommensmöglichkeiten im Bereich Faserpflanzen deutlich verschlechtert. Und durch die Dynamik der Märkte ergeben sich andere, u.U. lukrativere Nutzungen für die landwirtschaftlichen Flächen.

Erwägt ein Landwirt den Anbau von Bastpflanzen (Hanf oder Flachs), so sieht er sich einer Vielzahl von allgemein oder versuchsweise praktizierten Verfahren der Ernte und Aufbereitung von Faserpflanzen gegenüber. Sie haben jeweils spezifische und teilweise gegenläufige Auswirkungen auf die Faserqualität und auf die Feldliegezeit und implizieren unterschiedlich hohe Kosten und Erträge. Daraus ergeben sich unterschiedliche Rentabilitäten und Marktchancen. – Transport- und Lagerverfahren und auch die Verarbeitung des landwirtschaftlichen Produkts Faserstroh in Aufschlussanlagen zu Fasern (und evtl. Koppelprodukten) werden von Kosten- und Qualitätsfragen dominiert.

Im Ergebnis sind Kosten und Qualitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette miteinander verknüpft und entscheidet sich erst im Zusammenwirken der einzelnen Wertschöpfungsstufen die Rentabilität und Realisierbarkeit einer Naturfaser-Branche. Zielsetzung des Beitrags ist es, erstens die Bandbreite technischer Verfahren der Ernte und Röste von Bastfasern sowie des Faseraufschlusses zu skizzieren und die mit den verschiedenen Verfahren erzielbaren Faserqualitäten zu umreißen. Dabei kann die Interdependenz der einzelnen Wertschöpfungsstufen verdeutlicht werden. Zweitens sollen Rentabilitätsberechnungen Hinweise auf ökonomisch kritische Stufen der Wertschöpfungskette und auf Optimierungsmöglichkeiten geben.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Regionale Wertschöpfungssysteme von Flachs und Hanf
Hermann Biehler, Ulrich Hampicke, Ursula Richter und Peter Weise (Hg.):
Regionale Wertschöpfungssysteme von Flachs und Hanf
the authors
Dr. Jürgen Paulitz

Ingenieurbüro für Naturfasertechnologie Dresden, Heimgarten 11, 01259 Dresden, juergen.paulitz@t-online.de

Dr. Hans-Jörg Gusovius

Ingenieurbüro für Landwirtschaft und biogene Rohstoffe, Bestenseer Straße 27, 15749 Mittenwalde (OT Motzen), tebiro@gusovius-web.de