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Dienstag, 21. August 2018
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Fiskalkonsolidierung und Einkommensverteilung: Entscheidende Trade-offs der Krisensteuerung in Griechenland
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Fiskalkonsolidierung und Einkommensverteilung: Entscheidende Trade-offs der Krisensteuerung in Griechenland

18 Seiten · 3,91 EUR
(Februar 2017)

 
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Aus der Einleitung:

Einen Sonderfall stellt die Dauerkrise dar, in die Griechenland nach der Finanzkrise 2008 ff. geraten ist, wie Tassos Giannitsis in seinem Beitrag betont. Griechenland ist das einzige Land, in dem die Haushaltsdefizite die Krise auslösten und nicht erst als Folge der Finanzkrise zum Problem wurden, wie dies für die anderen Staaten des Euro-Raums gilt. Die rigide Konsolidierungspolitik, zu der Griechenland durch die "Troika" aus Internationalem Währungsfonds, EU-Kommission und EZB gezwungen wurde, hat zu tiefen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen geführt. Deshalb untersucht der Autor die wirtschaftliche Entwicklung in Griechenland seit der Finanzkrise 2008 ff. vor allem im Hinblick auf die Frage, welche Schichten der Bevölkerung die zusätzlichen Lasten zu tragen haben, die sich aus den Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung ergeben. Griechenlands Regierung musste die öffentlichen Haushalte in extrem großen Umfang konsolidieren, was auch trotz der rasanten Schrumpfung des Volkseinkommens gelang.

Giannitsis' Hauptinteresse gilt der Frage, welche Teile der Bevölkerung die mit dieser Konsolidierung verbundenen Einkommensverluste sowie die höheren Steuer- und Abgabenlasten zu tragen hatten. Aus einer Auswertung der Steuerstatistiken ergibt sich, dass die zu versteuernden Gesamteinkommen der Bevölkerung Griechenlands von 2008 bis 2012 um knapp 23% gefallen sind. Nur die Rentenzahlungen und die Agrareinkommen sind gestiegen, vor allem, weil Freibeträge erheblich abgesenkt wurden, sodass viele Renten- und Agrareinkommen steuerpflichtig wurden und damit in der Steuerstatistik erfasst wurden. Da die Preise in diesen vier Jahren um 7 % gestiegen sind und die steuerliche Belastung aller Einkommen um fast 9%, sind die Realeinkommen nach Steuern sogar um 39% gesunken. Dies ist ein extrem tiefer Einbruch, wenn man bedenkt, dass Griechenland – gemessen an dem Defizit seiner Leistungsbilanz – „nur“ um rund 15% über seine Verhältnisse gelebt hat.

Der Autor legt im Einzelnen dar, wie stark die verschiedenen Einkommensdezile von diesen Rückgängen betroffen waren und wie sehr die rücksichtslose Konsolidierungspolitik das Leben vieler Griechen nachhaltig verschlechtert hat. Immerhin zeigt der Gini-Koeffizient trotz der neuen, überraschenderweise regressiv wirkenden Immobiliensteuer eine Verringerung der Ungleichheit an, vermutlich vor allem wegen des Rückgangs der (deklarierten) Kapitaleinkünfte und der besonders starken Kürzung hoher Renten.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Die Krise der europäischen Integration aus keynesianischer Sicht
Harald Hagemann, Jürgen Kromphardt (Hg.):
Die Krise der europäischen Integration aus keynesianischer Sicht
Der Autor
Prof. em. Tassos Giannitsis

Professor (emeritus) für Wirtschaftswissenschaften insbesondere Entwicklungspolitik, Industrie-und Technologie- Politik an der Kapodistrian Universität Athen. Minister a.D.