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Dienstag, 21. August 2018
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Flächen-Ökoeffizienz - Ein Verfahren zur Entscheidungsunterstützung bei Flächennutzungsoptionen und Standortentscheidungen
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Flächen-Ökoeffizienz - Ein Verfahren zur Entscheidungsunterstützung bei Flächennutzungsoptionen und Standortentscheidungen

27 Seiten · 3,81 EUR
(Juli 2010)

 
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Aus der Einleitung:

Trotz des Nachhaltigkeitsziels der Bundesregierung von 2002, den Flächenverbrauch pro Tag auf 30 ha bis zum Jahr 2020 zu begrenzen, werden täglich in großem Umfang neue Flächen für Siedlungs- und Verkehrsnutzungen in Anspruch genommen. Vorhandene Brachflächen werden bisher nur unzureichend als Investitionsstandorte berücksichtigt. Dosch (2009) zufolge betrug das Wiedernutzungspotenzial des Brachflächenbestandes in Deutschland im Jahr 2006 63.000 ha (Hochrechnung). Ein Erreichen des 30 ha Ziels scheint heute angesichts der fortschreitenden Flächeninanspruchnahme nicht absehbar. Mittelfristig werden Binnenmigration, demographische Entwicklung und wirtschaftlicher Strukturwandel, verbunden mit einem rückläufigen Bedarf an Produktionsflächen, zu einem Anstieg der Zahl brachfallender Flächen führen. Diese Entwicklung kann in einem großen Teil der Städte und Gemeinden in Deutschland steigende Infrastrukturkosten zur Folge haben.

Sowohl die Entstehung als auch die Hemmnisse einer Wiedereingliederung von Brachflächen in den Wirtschaftskreislauf sind eng mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer Stadt oder Region verknüpft. Wirtschaftlich prosperierende Regionen leiden vielerorts unter Mangel entwicklungsfähiger Flächen. Hier bietet die Brachflächenreaktivierung eine Möglichkeit, den Vorrat an verfügbaren innerstädtischen Flächen zu erweitern. Hingegen besteht in weniger prosperierenden Regionen ein Überangebot an potenziell zu entwickelnden Brachflächen, wodurch es zur Flächenkonkurrenz der Brachflächen untereinander und mit möglichen Neuerschließungen auf der so genannten Grünen Wiese kommt. Die Berücksichtigung derartiger Konkurrenzsituationen muss zentraler Bestandteil von Lösungsstrategien für das Erreichen einer nachhaltigen Flächennutzung sein. In dieser Konkurrenz wird als Instrument zur Entscheidungsunterstützung für Standortentscheidungen und Flächennutzungsoptionen deshalb die Flächen-Ökoeffizienz vorgeschlagen.

Das Verfahren wurde erarbeitet im Rahmen des Ufoplan-Vorhabens mit dem Förderkennzeichen FKZ 205 77 252 ?Nachhaltiges regionales Flächenressourcenmanagement am Beispiel von Brachflächen der Deutschen Bahn AG ? Integration von Flächen in den Wirtschaftskreislauf?, das im Auftrag des Umweltbundesamts und der Deutsche Bahn AG durchgeführt wurde. Ausgangspunkt des Verfahrens der Flächen-Ökoeffizienz bildet die 1991 vom Business Council for Sustainable Development eingeführte Definition der Ökoeffizienz für Produkte oder Verfahren, welche die Ökoeffizienz als Relation aus dem wirtschaftlichen Wert eines Produktes oder Verfahrens und dessen Auswirkungen auf die Umwelt definiert. Die Flächennutzungsoption mit der höchsten Ökoeffizienz stellt die aus gesellschaftlicher Sicht beste Flächennutzungssituation dar. Das beste Verhältnis von Umweltauswirkungen und wirtschaftlichem Ertrag ist theoretisch durch Extremwerte in Zähler und Nenner gekennzeichnet, in praktischen Fällen sind die Freiheitsgrade jedoch begrenzt und Extremwerte nicht beliebig zu kombinieren: das beste Verhältnis kann auch durch gute Umweltwirkungen und sehr gute Wirtschaftlichkeit oder umgekehrt durch sehr gute Umweltwirkungen und gute Wirtschaftlichkeit des Projektes erreicht werden. Die Flächen-Ökoeffizienz hat, wie auch die Produkt- oder Verfahrens-Ökoeffizienz, keinen absoluten, sondern einen komparativen Charakter. Sie ist ein Maß, das in einer Entscheidungssituation auf die bessere von zwei oder mehr Varianten hinweist.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Nachhaltige Entwicklung – das neue Paradigma in der Ökonomie
Harald Hagemann, Michael von Hauff (Hg.):
Nachhaltige Entwicklung – das neue Paradigma in der Ökonomie