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Thursday, April 25, 2019
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Gärtnern und Kochen für die Eine Welt
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Gärtnern und Kochen für die Eine Welt

7 Seiten · 2,36 EUR
(April 2014)

 
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Aus der Einleitung:

Urban Agriculture in Interkulturellen Gärten, Community Gardening in Nachbarschaftsgärten: Ob bewusst oder unbewusst, innerstädtischer Gemüseanbau ist "in". Überall stoßen wir auf eine ganz neue Begeisterung für gemeinschaftliches Gärtnern. Es wird gebuddelt, was das Zeug hält, nachhaltig oder temporär, in ausgetauschtem Mutterboden oder in recycelten Kisten, fast immer ehrenamtlich, manchmal auch gegen eine Art zartes Künstlerhonorar für die jeweiligen Gartenkoordinatoren. Das jedoch lässt die Leidenschaft nicht erlahmen. Man ist überzeugt und fährt seine Setzlinge im selbstgebauten Lastenfahrzeug notfalls quer durch die ganze Stadt. Und auch in Zivil legen die neuen Gartenaktivisten, ob in New York, London oder Berlin, ihre ledernen Wanderschuhe kaum mehr ab. Kurzum: Das neue städtische Gärtnern wird zu einer Art Basis einer neuen Lebensweise, das Kartoffeln-Setzen zum Zeichen eines wilden Protestes. Eines Protestes gegen eine Ernährungsdiktatur, die auch uns Europäern Gentechnik etwa in Eiern und Fleisch beschert, ohne uns zu fragen; die Fertigfutter mit schlechtem Fett, zu viel Zucker und Salz samt Konservierungsmitteln versetzt, ohne Rücksicht auf Verluste. Da ist Selbsthilfe angesagt, die die Nahrungsproduktion in die eigenen Hände nimmt, auch und gerade in den Städten. Und daher kehrt sie plötzlich in die Städte zurück, die Selbsthilfe-Landwirtschaft der Notzeiten nach Weltwirtschaftskrisen und Kriegen, die früher als schwere Hausarbeit der Trümmerfrauen verachtet wurde. Diesmal aber nicht mehr als biederbescheidene Bereitschaft, sich mit dem Gegebenen abzufinden, sondern als die tätige Form einer Globalisierung von unten. Es ist der Protest gegenüber der elenden Gier der Reichen, eine angemessene Form des Rückzugs, wenn eine in der Selbstreferentialität verlorene Politikerschicht sich nach uninformiertem Gesetze-Durchnicken ängstlich hinter den Sicherheitsschranken ihrer „gated communities“ versteckt.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Essen & Moral
Franz-Theo Gottwald, Isabel Boergen (Hg.):
Essen & Moral
the author
Dr. Elisabeth Meyer-Renschhausen

ist freie Journalistin und Privatdozentin am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin. Seit 1990 publiziert sie vornehmlich zu Fragen der Ernährung, Urban Agriculture, Gemeinschaftsgärten und Welternährung.