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Wednesday, June 26, 2019
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Geld, Macht und Einfluss als Parsonssche Medien und das Hobbessche Ordnungsproblem
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Geld, Macht und Einfluss als Parsonssche Medien und das Hobbessche Ordnungsproblem

Ein Essay

70 Seiten · 10,70 EUR
(April 2014)

 
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Aus der Einleitung:

Die Ökonomie hat mit dem homo oeconomicus und seinen Artverwandten (mit beschränkter Information) ein recht differenziert ausgearbeitetes Akteurskonzept, das breite Anerkennung findet. Obwohl diese rational choice-Akteure vor allem auf wirtschaftliche Entscheidungen (über Güter unter Kosten- oder Nutzenaspekten) zugeschnitten sind, werden sie teils von der Soziologie rezipiert und in der politischen Ökonomie (Public Choice) auch auf die Politik übertragen. Allerdings zeigt sich vor allen in der politischen Ökonomie die Gefahr, mit dem wirtschaftlichen Akteurskonzept gleich auch wesentliche Systemspezifika der Wirtschaft auf die Politik (und andere Bereiche) zu projizieren. Die Public Choice Theorie von Buchanan und anderen modelliert die Politik, als wäre sie lediglich eine institutionelle Erweiterung der Wirtschaft, die für die öffentliche Aushandlung (eben "public choice") öffentlicher Güter zuständig ist. Entsprechend beschäftigt sich die Theorie v.a. mit Fragen nach den Wohlfahrtswirkungen von Mehrheitsentscheidungen oder des Stimmenhandels (log-rolling). Die Modellgrundlage ist eine Art methodologischer Kontraktualismus: Angelpunkt aller Akteursbeziehungen sind Verträge. Auch die Existenz des Staates selbst (und mithin wesentlicher Bedingungen von Verträgen) versucht man, vertragstheoretisch zu erklären. Legitim ist nach der angesetzten Norm ein Staat, der durch Verträge seiner Bürger hätte zustande kommen können (und "gerecht" ist es demnach mit Hobbes, geschlossene Verträge einzuhalten). Die Vorgehensweise hat aber gravierende Mängel: sie beschränkt sich auf symmetrische Vertragsbeziehungen, in denen Akteure nach Einkommen oder Konsumgütern streben, d.h. letzthin immer ökonomisch motiviert sind. In der Folge verfehlt die Public Choice-Theorie ihr erklärtes Ziel, eine (als-ob-) Erklärung für die Gründung und Stabilität staatlicher Gemeinschaften rationaler Akteure vorzulegen ("Hobbessches Problem"). Alihan Kabalak will einen Weg skizzieren, die Akteurstheorie mit Konzepten anzureichen, die soziologischen Arbeiten entlehnt sind und Gefangenendilemma wie Hobbessches Problem in einem anderen Licht erscheinen lassen, ohne den eigeninteressierten ("zweckrationalen") Akteur aufgeben zu müssen.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Institutionen, Regeln, Ordnungen
Birger P. Priddat (Hg.):
Institutionen, Regeln, Ordnungen
the author
Dr. Alihan Kabalak
Alihan Kabalak

geb. 1975, Post-Doc am Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften, Leipzig. Er studierte Wirtschaftswissenschaften in Hannover, es folgten Assistententätigkeiten an der Zeppelin Universität / Friedrichshafen und an der Universität Witten/Herdecke. Seine Forschungsschwerpunkte sind Institutionenökonomie, Handlungs- und Entscheidungstheorie, Neue Politische Ökonomie und Evolutorische Ökonomie.

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