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Geldpolitik in einem postkeynesianischen Simulationsmodell der Schweizer Volkswirtschaft
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Geldpolitik in einem postkeynesianischen Simulationsmodell der Schweizer Volkswirtschaft

32 Seiten · 4,28 EUR
(22. November 2006)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Jochen Hartwig untersucht monetäre Transmissionseffekte mithilfe eines postkeynesianischen Simulationsmodelles. Die Bedeutung der berühmten ‚Lucas-Kritik‘ sieht der Autor dadurch eingeschränkt, dass er sich mit ex post-Simulationen von Politikvariationen begnügt, nicht aber explizit Prognosen anstellt. Von größerer Bedeutung für ein ‚postkeynesianisches Simulationsmodell‘ scheint die Unklarheit darüber zu sein, was eigentlich den Postkeynesianismus (zwingend) kennzeichnet und die vielfach angeführte Ablehnung ökonometrischer Arbeiten durch postkeynesianische Methodologiker. Hartwig teilt dabei nicht die Auffassung der kritischen Realisten, wonach die Komplexität der (sozialen) Realität zur Ablehnung der Arbeit an und mit ökonometrischen Modellen führen muß, die sich dem Postkeyne¬sianismus verpflichtet fühlen. ‚Postkeynesianische‘ Elemente eines Simulationsmodelles sieht Hartwig insbesondere in der rein nachfrageseitigen Bestimmung des Sozialproduktes, der rein unternehmensseitigen Bestimmung der Beschäftigung nach dem Prinzip der effektiven Nachfrage und der endogenen und verteilungstheoretisch motivierten Erklärung des Nominallohnindexes. Im folgenden wird dann eine Situation der schweizerischen Volkswirtschaft – die Entwicklung Anfang der 1990er Jahre, als eine Revision der Mindestreserveverpflichtung und eine technische Verbesserung der Liquiditätskontrolle der schweizerischen Geschäftsbanken dazu führten, dass die Geldmenge anschwoll und die Schweizerische Nationalbank (SNB) eine restriktive Geldpolitik durchsetzten – simuliert: Ex post wird die Restriktion der SNB um 400 Basispunkte zurückgenommen. Der monetäre Transmissionsmechanismus läuft nun über sinkende Langfristzinsen und steigenden Ausrüstungsinvestitionen zu einer erhöhten Nachfrage nach Arbeit. Insgesamt also ein realwirtschaftlicher Effekt auf Beschäftigung und Wachstum, wie er von der postkeynesianischen Theorie prognostiziert werden würde. Aufgrund der Reaktion der Nominallöhne auf eine veränderte Knappheitssituation am Arbeitsmarkt steigen nun aber auch Löhne und Preise – ein Teil des expansiven Effektes verpufft in inflationärer Entwicklung. Da das Arbeitsangebotsverhalten in der Schweiz stark prozyklisch ist, kann die Arbeitsmarktbilanz wenige Perioden nach dem expansiven Impuls gar negativ werden – wenn der realwirtschaftliche Teil des expansiven Impulses nicht ausreicht, das gestiegene Arbeitsangebot zu absorbieren. In der Stärke der Prozyklik des Arbeitsangebots liegt zweifellos eine Spezifik des schweizerischen Arbeitsmarktes, dennoch wird deutlich, dass die gewünschte Entlastung stark davon abhängt, ob es gelingt, die Inflationierung gering zu halten.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
the author
Prof. Dr. Jochen Hartwig
Jochen Hartwig

Professor für Volkswirtschaftslehre, insb. Wirtschaftspolitik, Technische Universität Chemnitz.

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