sprache deutsch
sprache english
» Zum Merkzettel
0 Artikel
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


Thursday, July 18, 2019
 Startseite » Ökonomie  » Arbeit, Geld, Kapital, Produktion & Preise  » Geld & Finanzmärkte 
Geldpolitik und Schuldendynamik in Europa
Downloadgröße:
ca. 154 kb

Geldpolitik und Schuldendynamik in Europa

19 Seiten · 3,63 EUR
(April 2013)

 
Ich bin mit den AGB, insbesondere Punkt 10 (ausschließlich private Nutzung, keine Weitergabe an Dritte), einverstanden und erkenne an, dass meine Bestellung nicht widerrufen werden kann.
 
 

Aus der Einleitung:

Die Europäische Zentralbank (EZB) scheint seit 2008 zur einzig verlässlichen Retterin geworden zu sein. Erst sicherte ihre entschlossene Liquiditätspolitik das europäische Finanzsystem vor dem Kollaps, und dann half sie Ländern, die ihre Schulden nur noch zu gefährlich hohen Zinsen an den Märkten finanzieren konnten. Die Europäische Union, sowohl ihre Mitgliedstaaten als auch die Kommission, haben auf die Krise mit der Selbstverpflichtung zu mehr Budgetdisziplin und mehr Strukturreformen reagiert. Diese Reaktion der EU wurde nicht zuletzt auf Betreiben von Kanzlerin Merkel formuliert. Bedeutet das, dass die Geldpolitik keinen Anteil an der Schuldendynamik hatte, die erst eine Finanzkrise und dann eine Staatsschuldenkrise verursachte?

Der Begriff der Schuldendynamik umfasst hier sowohl private als auch öffentliche Schulden und problematisiert insbesondere ein außer Kontrolle geratendes Anwachsen dieser Schulden. Eine besondere Rolle hat dabei der Schuldzins, da er als ein Prozentsatz auf den zugrundeliegenden Bestand formuliert ist. Ein steigender Zins kann dabei eine Eigendynamik der Verschuldung auslösen, nämlich indem er den Schuldendienst so ansteigen lässt, dass sogar der zugrundeliegende Bestand anwächst und schließlich so erdrückend wird, dass der Schuldner Insolvenz erklären muss. Mehr noch, bereits die Erwartung, dass steigende Zinsen zu Insolvenz führen können, führt zu steigenden Zinsen (dank fallender Preise für die zugrundeliegenden Schuldscheine) und damit zu sich selbst erfüllenden Erwartungen. Der Beitrag versucht, die Frage nach dem Zusammenhang von Geldpolitik und Schuldendynamik in zwei Schritten zu beantworten: Erstens, war die Geldpolitik in der Vergangenheit mitverantwortlich für die Schuldendynamik in den Krisenländern? Zweitens, ist es (auch) der Fehler der Geldpolitik, dass die Schuldendynamik so schwer unter Kontrolle zu bringen ist? Abschließend und drittens gebe ich eine Antwort auf die Frage, wie man die Schuldendynamik zukünftig begrenzen kann.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Den Geldschleier lüften!
Bernhard Emunds, Wolf-Gero Reichert (Hg.):
Den Geldschleier lüften!
the author
Dr. Waltraud Schelkle
Waltraud Schelkle

habilitierte 1999 an der FU Berlin und lehrt heute Politische Ökonomie am European Institute der London School of Economics and Political Science.

[weitere Titel]