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Saturday, August 24, 2019
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Gerechtigkeiten der Stadt
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Gerechtigkeiten der Stadt

21 Seiten · 3,70 EUR
(Juli 2018)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Ob man in einer boomenden Großstadt lebt oder in einer „abgehängten“ Region, ob man an einem „sozialen Brennpunkt“, in einem hippen Stadtviertel oder in einem Wohnkomplex für Vermögende wohnt, wie der eigene Wohnort verkehrstechnisch angebunden ist, welche Infrastruktur er hat, ob er von Lärm oder Luftverschmutzung stark betroffen ist … – all das hat einen erheblichen Einfluss auf die Lebens-, Entfaltungs- und Partizipationschancen der Einzelnen. Grund genug, sich über Raumgerechtigkeit, also über die ethischen Anforderungen an die Gestaltung sozialräumlicher Strukturen, Gedanken zu machen.

Gerechtigkeitsansprüche an Städte rekonstruiert Matthias Möhring-Hesse aus Urteilen ihrer BewohnerInnen, dieses oder jenes in ihrer Stadt sei ungerecht. Die Kritik, dass nur wenige einflussreiche Gruppen von BürgerInnen oder lediglich einige Unternehmen Einfluss auf die Stadtpolitik haben, verdeutlicht laut Möhring-Hesse, dass das demokratische Selbstverständnis einer Stadtgesellschaft den Anspruch impliziert, ein möglichst breites Spektrum an sozialen Gruppen in die Prozesse der Meinungsbildung einzubeziehen. In der verbreiteten Kritik an der Vernachlässigung des sozialen Wohnungsbaus erkennt der Autor die ethische Forderung an Städte, bei den Lebens- und Wohnverhältnissen ihrer BewohnerInnen soziale Mindeststandards zu garantieren. Die soziale Segregation in Städten wird nach Ansicht des Autors erst dann zum Problem, wenn die Nachteile des Lebens in einem Viertel mit geringem durchschnittlichen Einkommen – schlechte Infrastruktur, unsicherer öffentlicher Raum, Stigmatisierung etc. – besonders ausgeprägt sind und folglich mehr ins Gewicht fallen als die Vorteile eines relativ homogenen Stadtteils. Einen weiteren Gerechtigkeitsmaßstab sieht Möhring-Hesse schließlich darin, dass die Gestaltung des öffentlichen Raums und die Regulierung des Zugangs zu ihm gegenüber allen BürgerInnen der Stadt gerechtfertigt werden müssen, vor allem gegenüber jenen, die in der Nutzung des jeweiligen öffentlichen Raums benachteiligt werden.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Stadtluft macht reich/arm
Bernhard Emunds, Claudia Czingon, Michael Wolff (Hg.):
Stadtluft macht reich/arm
the author
Prof. Dr.  Matthias Möhring-Hesse
Matthias Möhring-Hesse

geb. 1961, seit 2011 Professor für Theologische Ethik/Sozialethik, Eberhard-Karls-Universität Tübingen. 2007-2011 Professor für ethische und theologische Grundlagen Sozialer Dienste an der Universität Vechta. Studium der Theologie, Philosophie und Soziologie in Frankfurt am Main und Münster, Promotion in katholischer Theologie an der Phil. Theol. Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main, Habilitation im Fach Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Münster. Langjähriger Mitarbeiter am Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik, einige Jahre politischer Sekretär beim Vorstand der Gewerkschaft IG Metall.

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