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Governancestrukturen und Unternehmensstrategien im Klimawandel – vom Leitbild zum Handeln
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Governancestrukturen und Unternehmensstrategien im Klimawandel – vom Leitbild zum Handeln

22 Seiten · 3,17 EUR
(April 2013)

 
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Aus der Einleitung:

Das Ruhrgebiet befindet sich seit 40 Jahren in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess von der Montanregion zu einer vielfältigen Industrie- und Dienstleistungslandschaft. Die Dynamik der Veränderung berührt alle gesellschaftlichen Bereiche, technische Innovationen werden von sozialen Innovationen begleitet, es sind neue, grüne Stadtlandschaften entstanden, die Ruhrgebietskultur wurde zu einem neuen Markenzeichen.

Insgesamt wurde ein Imagewandel vollzogen, ohne die alten Identitäten zu leugnen. In diesem Transformationsprozess haben Visionen und Leitbilder immer eine zentrale Rolle gespielt. Vom "blauen Himmel über der Ruhr" in den 60er-Jahren bis zu den neuen städtischen Profilen wie "Kulturhauptstadt" und "Innovation-City" ist dabei ein Grundgedanke erhalten geblieben: die Lebens- und Standortqualität dieses urbanen Großraumes zu verbessern. Einige der Leitbilder, die nachfolgend vorgestellt werden, stehen in dieser Tradition. Gleichzeitig ist aber auch klar: Das Ruhrgebiet ist keine Insel der Glückseligen, es muss sich im internationalen Wettbewerb behaupten und gerade auch als "Energieregion" der globalen Herausforderung des Klimawandels stellen.

Aus der Sicht der Transformationsforschung – die den theoretischen Hintergrund für die nachfolgenden Ausführungen abgibt – ist mit den neuen Herausforderungen des Klimawandels und der Klimaanpassung der Prozess der Zielfindung noch komplexer geworden. Die endogene Potenzialbildung am Standort Ruhrgebiet (Innovation, Kompetenzen, Clusterbildung, neue Geschäftsfelder) kann sich nicht mehr nur an den Veränderungen des Marktes ausrichten, sondern muss sich auch der Frage stellen, wie Produktionsfaktoren, Produktionsprozesse und Produkte klimafreundlich und klimarobust gestaltet werden können. Die bestehenden Leitbilder müssen daher überprüft und ergänzt werden, "Resiliente Standort- und Stadtentwicklung" wird damit zu einer neuen Herausforderung für eine "Regional Governance". In der Transformationsarena Ruhrgebiet müssen standortbezogene Wirtschaftspolitik, Technologiepolitik, Stadt- und Infrastrukturentwicklung in neuer Weise abgestimmt werden. Die Gestaltung dieser Schnittstellen ist mit einem linearen Steuerungsverständnis und mit den Instrumenten der klassischen Planung kaum möglich. Der Beitrag zeigt daher auf, wie mit dem Ansatz des Transitionmanagements gerade die neuen politischen Schnittstellen innovativ gestaltet werden können. In dieser komplexeren Welt der Standort- und Stadtentwicklung sind die Erfahrungen und Kompetenzen der im Ruhrgebiet ansässigen Unternehmen in vielfacher Weise gefordert. Unternehmen können zu einem "Linking-Pin" an der Schnittstelle zwischen Leitbild-Arbeit und gesellschaftlichen Experimenten und Innovationen werden. Dabei müssen sie eine pro-aktive Rolle in der regionalen Netzwerkarbeit und in den Lernprozessen einnehmen und sich einmischen, wenn neue Leitbilder diskutiert werden, die für Unternehmensstrategien relevant sind. Im Feld der Technologie- und Clusterpolitik geschieht dies bereits in vielfältiger Weise. Die wirtschaftliche Relevanz der Klima- und Anpassungspolitik ist demgegenüber zur Zeit noch wie eine leere Baustelle, auf der der Übergang von der Vision zum Experiment unter Beteiligung der Unternehmen noch zu organisieren ist.

Vor dem Hintergrund dieses Problemhorizontes wird nachfolgend zunächst ein kurzer Überblick über den theoretischen Hintergrund der Transformationsforschung gegeben. Hieran schließt sich eine Reflektion über die Funktion von Leitbildern an, um sich daran anschließend mit ausgewählten Leitbildern des Ruhrgebiets zu befassen und deren Bezüge zu regionalen Anpassungsstrategien zu identifizieren. Hierauf aufbauend wird ein Konzept für eine Transformationsarena „Resiliente Regional- und Stadtentwicklung“ entworfen und diskutiert, welche Rolle Unternehmen in dieser neuen Transformationsarena einnehmen können.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Klimaanpassungsstrategien von Unternehmen
André Karczmarzyk, Reinhard Pfriem (Hg.):
Klimaanpassungsstrategien von Unternehmen
the authors
Rainer Lucas
Rainer Lucas

geb. 1948, Industriekaufmann und Diplom Ökonom, ist seit 01/2018 Kurator der Stadt Wuppertal zur Vorbereitung des Jubiläums für Friedrich Engels im Jahr 2020; 2000-2017 am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie als Projektleiter beschäftigt in der Abteilung „Stoffströme und Ressourcenmanagement“.

[weitere Titel]
Prof. Dr. Uwe Schneidewind
Uwe Schneidewind

geb. 1966, ist Präsident des ‚Wuppertal Institutes‘ sowie Professor für ‚Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit‘ an der Bergischen Universität Wuppertal. Von 2004 bis 2008 war er Präsident der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

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