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Samstag, 15. Dezember 2018
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Grundeinkommen und Selbsterhaltung
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Grundeinkommen und Selbsterhaltung

36 Seiten · 5,75 EUR
(November 2013)

 
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Aus der Einleitung:

Der vorliegende Text möchte den "Irrweg Grundeinkommen" von Heiner Flassbeck u.a. zum Anlass nehmen, um mit Bezug auf die heterodoxe Grundeinkommensdebatte zu erörtern, warum sich die Diskussion um ein Grundeinkommen generell so schwierig gestaltet. Die Ursachen werden sich darin finden lassen, dass die heterodoxe Debatte trotz gegenteiliger Intention am (neo-) klassischen bzw. "neoliberalen" Bild einer Markt- und Arbeitsgesellschaft kleben bleibt und damit jenen ökonomistischen Denkmustern erliegt, die seitens der Heterodoxie häufig am orthodoxen "Mainstream" der Ökonomik kritisiert werden. Diese Widersprüchlichkeit haftet der Heterodoxie wie Blei an den Füßen, wenn es darum geht, glaubhaft und konsequent die Kritik am "Mainstream" vorzutragen oder für ein Grundeinkommen zu argumentieren. Es wird ferner zu zeigen sein, dass die entsprechenden Diskussionen – wohl auch deswegen – nur an der Oberfläche des eigentlichen Problems kratzen: Das Grundeinkommen und die dort häufig beigegebene Frage des "gerechten" Lohnes bzw. des Mindestlohnes hängen mit der (individuellen) Selbsterhaltung zusammen. Genau diese Selbsterhaltung ist eine elementare Bedingung für die Existenz jeglichen Gesellschafts- und Wirtschaftssystems. Die Sensibilität für diese Notwendigkeit scheint jedoch nicht sehr ausgeprägt zu sein. Das betrifft nicht nur die Diskussion um den Mindestlohn und das Grundeinkommen: Die Debatte um das Grundeinkommen wirkt vielmehr wie ein Brennglas auf die mangelnde Sensibilität für die Bedeutung der Selbsterhaltung, wie sie ganz allgemein in den Sozialstaatsdebatten anzutreffen ist. Daraus erklärt sich auch die Bedeutung der Grundeinkommensdebatte für die Krisenproblematik: Denn ein Sozialstaat, der die menschliche Selbsterhaltung in den Fokus nähme, könnte wirtschaftliche Krisenphänomene abfedern oder womöglich sogar Krisen vermeiden. Vorwegnehmend sei ausdrücklich betont, dass der vorliegende Beitrag weder die Idee des Grundeinkommens umfassend erörtern will, noch die bekannten Pros und Contras reproduzieren soll. Stattdessen geht es um die Mängel der Diskussion selbst, die auch nicht vor den Schwachpunkten in der heterodoxen Debatte haltmachen – weshalb dieser Beitrag für Heterodoxe eine schwer verdauliche Kost sein mag. Dieser Text stellt jedoch keinen Brandbrief gegen die Heterodoxie dar, sondern möchte lediglich jene Aspekte benennen, in denen sich auch ein Grund dafür finden kann, dass heterodoxe Ideen ganz allgemein noch nicht wirklich nachhaltig in die öffentliche Wahrnehmung vorgedrungen sind.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Booms, Busts und blinde Flecken
Forschungsseminar Politik und Wirtschaft (Hg.):
Booms, Busts und blinde Flecken
Der Autor
Dr. rer.pol. Sebastian Thieme
Sebastian Thieme

Jahrgang 1978, derzeit Mitarbeiter am Zentrum für Ökonomische und Soziologische Studien an der Universität Hamburg. Forschungsgebiete: Heterodoxie und Orthodoxie, Ökonomische Misanthropie, Subsistenz(-ethik), Wirtschaftsethik, Wirtschaftsstilforschung und Ökonomische Ideengeschichte.

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