sprache deutsch
sprache english
» Zum Merkzettel
0 Artikel
» Zum Warenkorb
0 Artikel - 0,00 EUR


 Startseite » Ethik  » Wirtschafts- & Governanceethik 
Identität versus Interessen
Downloadgröße:
ca. 130 kb

Identität versus Interessen

Die Governanceethik unter Dissensdruck

21 Seiten · 3,63 EUR
(Mai 2006)

 
Ich bin mit den AGB, insbesondere Punkt 10 (ausschließlich private Nutzung, keine Weitergabe an Dritte), einverstanden und erkenne an, dass meine Bestellung nicht widerrufen werden kann.
 
 

Nach Palazzo entspricht der beschleunigten kulturellen Pluralisierung der Gesellschaft durch die Globalisierung ein wachsendes Bedürfnis nach Identitätsbildung, das seinerseits als Ausdruck von wert- und ethikorientierten Lebensentwürfen gedeutet werden kann. Diese von Identitätssuche angetriebenen Strömungen moderner Gesellschaften, so wie sie sich etwa auch in Nicht-Regierungs-Organisationen zum Ausdruck bringen, treffen nun auf die interessengesteuerten Strukturen funktional differenzierter Gesellschaften, etwa die Organisationssysteme der Wirtschaft. Das theoretische Konzept zur Bearbeitung dieser Schnittstelle, das Stakeholder-Modell, ist seinerseits, so Palazzo, interessenstheoretisch unterfüttert, was dazu führt, dass Stakeholder-Dialoge immer dann in Sackgassen geraten, wenn sie diese Identitätsdimension nicht realisieren. Interessen sind verhandelbar, Identität nicht. Die Governanceethik thematisiert diese Zusammenhänge mit dem Konzept der Polylingualität, die es erlaubt, verschiedene Formen von Diskursen, also eben auch solche, die auf Identität und solche, die auf Interessen gehen, aus der Sicht ökonomischer Organisationen – etwa der Unternehmen, aber auch der NGOs – zu rekonstruieren. Nichtsdestotrotz ist der Hinweis von Palazzo, dass die Governanceethik ein starkes Modell der Stakeholder-Theorie benötigt, vollständig zutreffend. Ob dieses über die Metapher des identitätsgesteuerten Dissensdrucks möglich sein wird, werden die weiteren Diskussionen zeigen müssen. Vorstellbar wäre auch, an einem Interaktionsmodell von Interessen und Identität zu arbeiten, da es doch plausibel erscheint, dass rein identitätsgetriebene Akteure ebenso unwahrscheinliche Grenzfälle sind wie rein interessengetriebene individuelle oder kollektive Akteure.


zitierfähiger Aufsatz aus ...
Governanceethik im Diskurs
Josef Wieland (Hg.):
Governanceethik im Diskurs
the author
Prof. Dr. Guido Palazzo
Guido Palazzo

Promotion bei Walther Ch. Zimmerli an der Universität Marburg, Lehrstuhl für Angewandte Philosophie. Seit März 2003 unterrichtet er Unternehmensethik an der Ecole des Hautes Etudes Commerciales der Universität Lausanne. Forschungsschwerpunkte: Corporate Social Responsibility, Organizational Ethics, Leadership and Ethics, Theories of Democracy. Prof. Palazzo berät führende Unternehmen in Deutschland und der Schweiz zu unternehmensethischen Fragestellungen.

[weitere Titel]